Föhr - Kultur & Geschichte
Einst gehörte Föhr zum Festland. Bis die erste große Katastrophensturmflut „Grote Mandränke“ 1362 Föhr zur Insel machte. Das fruchtbare Marschenland lockte aber schon früher Menschen zum besiedeln an. Bereits im 7. Jahrhundert besiedelten die Friesen das Gebiet. Bis heute pflegen die Föhrer ihre friesischen Wurzeln in Sprache, Kleidung, Bauweise und auch beim Feiern.
Mitte des 17. Jahrhunderts verhalf der Walfang Föhr zur wirtschaftlichen Blüte. Der Pastor Richard Petri bildete im 17. Jahrhundert in seiner St. Laurentii-Kirche viele junge Seeleute in Navigation aus. Und zwar so gut, dass die Föhrer Anerkennung im In- und Ausland ernteten. Über 1000 Seefahrer, darunter 150 Schiffsführer, lebten damals auf Föhr. Viele imposante Kapitänshäuser erinnern an diese glanzvolle Zeit. Mit dem Ende der Walfang-Ära sank auch der Wohlstand der Föhrer. Zahlreiche Einwohner zog es deshalb im 19. und 20. Jahrhundert als Goldsucher, Handwerker oder Landwirte nach Amerika.
Die verbliebenen wandten sich wieder vermehrt der Landwirtschaft zu. Bis findige Föhrer den Tourismus als neue Einnahmequelle entdeckten und zwar schon um 1810. Ein König kann nicht irren. Christian VIII von Dänemark erholte sich prächtigst auf Föhr und öffnete alle touristischen Tore.
Ein Großteil der Föhrer beherrscht noch immer das Fering – die Föhrer Variante der Friesischen Sprache. Fering heißt auch ein großer Pharmakonzern. Sein Gründer stammte von der Insel und beschenkte sie im vergangenen Jahr mit einem großen neuen Museum. Das Museum „Kunst der Westküste“ hat das Ziel, Kunst zu erforschen und zu vermitteln, die sich mit den Themen Meer und Küste auseinandersetzt. Den Ausgangspunkt bildet die Gemäldesammlung des Museumsstifters Prof. h.c. Frederik Paulsen. Die Sammlung Kunst der Westküste umfasst derzeit etwa 500 Gemälde und grafische Werke, darunter von Künstlern wie Anna Ancher, Emil Nolde, Max Beckmann und vielen anderen. Ab dem 28. Februar 2010 präsentiert das Museum „Kunst der Westküste“ neben seinen Wechselausstellungen auch die Highlights aus dieser Sammlung.
Das Friesenmuseum in Wyk, fünf alte Windmühlen, drei historische Kirchen und geschichtsträchtige Hünengräber laden dazu ein, sich in vergangene Zeiten zurückversetzen zu lassen. Für Kulturfreunde bietet die Insel zudem diverse Konzerte, den „Föhrer Literatursommer“, Theatervorführungen, Ausstellungen, Lesungen, Musicals, Heimatabende, ein Kino und "Musik am Meer".
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