Den Norden verstehen: Sprachführer - Kiel mol wedder in

Husum, 19.09.2013: Im Norden Schleswig-Holsteins, an der Nordseeküste, treffen viele verschiedene Dialekte wie Friesisch, Plattdeutsch oder Süderjütisch aufeinander.

Im Norden Schleswig-Holsteins, an der Nordseeküste, ist die Landschaft sehr eben, „platt“ wie man so schön sagt, und Plattdeutsch wird hier auch gesprochen – aber mehr noch: hier treffen viele verschiedene Dialekte wie Friesisch, Plattdeutsch oder Süderjütisch aufeinander. Und alle haben eins gemeinsam: sie stehen für das Ursprüngliche, die Traditionsverbundenheit der Bewohner und für die Gemütlichkeit und Ruhe des Lebens hier an der Küste. Der Ursprung der vielen verschiedenen Mundarten liegt in der bewegten Geschichte der Region. Wikinger, Friesen, Dänen, Sachsen, Niederländer und viele andere prägten die Sprache.


Friesisch, Plattdeutsch und ein herzliches Moin Ursprünglich kam die friesische Sprache mit den Friesen aus der Küstenregion zwischen Weser und Rhein im 7. Jahrhundert nach Nordfriesland. Lange Zeit wurde Nordfriesisch innerhalb der Familie und auf den Dörfern gesprochen und nur im mündlichen Gebrauch verwendet. Zu Beginn des 19. Jahrhundert wurde es zunehmend auch als Schriftsprache benutzt. So wurde Friesisch 1909 das erste Mal auf Sylt in den Schulunterricht mit aufgenommen.


Im Frühmittelalter (800-1050 nach Christus), zu Zeiten der Wikinger, kamen Jüten und andere Einwanderer aus nördlichen und östlichen Gefilden nach Nordfriesland. Süderjütisch verbreitete sich bis fast hin zu Eider. Das Niederdeutsche, umgangssprachlich als Platt bezeichnet, wurde vom späten Mittelalter bis zur Mitte des 17. Jahrhundert schließlich Amts- und Kirchensprache. Seine Hochzeit hatte das Plattdeutsche während der Hansezeit. Damals fungierte es als Europas Wirtschaftssprache in Wort und Schrift. So sprach man also Plattdeutsch nicht nur im norddeutschen Raum, sondern auch in den Kontoren der europäischen Hansestädte. Darauf folgte die Zunahme der Bedeutung des Hochdeutschen für die Region in öffentlichen Belangen. Die Nordfriesen sprachen also oftmals drei Sprachen: Friesisch in ihrem direkten Umfeld, Plattdeutsch im Austausch mit Nicht-Friesen und Hochdeutsch bei amtlichen Angelegenheiten und auch in der Schule, der Kirche und vor Gericht. Noch heute sprechen viele der Einwohner im Alltag plattdeutsch. Friesisch ist regional noch in weitere Formen unterteilt. Neun Mundarten gibt es, wie zum Beispiel das „Fehring“ auf Föhr, „Öömrang“ auf Amrum, „Sölring“ oder „Halunder“ auf Sylt.


Mundarten vor dem Aussterben bewahren Auf den Inseln und an Land erleben Urlauber die besondere Pflege der Sprachen, die sich im Fortsetzen alter Traditionen und dem immer größer werdenden Angebot an Sprachkursen widerspiegelt. Im ganzen Land gibt es Vereine und Schauspieltruppen „Speeldeels“, die die verschiedenen Mundarten vor dem Aussterben bewahren wollen und versuchen, diese den Einheimischen wieder näher zu bringen.

Kleiner Sprachführer für den nächsten Urlaub Andere, durchaus auch schon zum Teil deutschlandweit verbreitete, Begrifflichkeiten der Plattdeutschen Sprache sind:

Kiek mal wedder in – Guck mal wieder rein
Klönschnack – nettes Gespräch ohne besonderen Grund
Dööntjes – kleine Geschichten, Witze, Anmerkungen
Dumm Tüch – dummes Zeug, Quatsch
Plietsch – gewitzt, schlau
Wo geiht die dat? – Wie geht es dir?
Liekedeeler – Pirat
Lütt - klein

Allseits bekannt und mit einem gewissen Kultfaktor behaftet ist natürlich ganz besonders das Wort „Moin“. „Moin“ ist anders, als von vielen gedacht, kein anderes Wort für Morgen, sondern ein liebenswerter Willkommensgruß, der den ganzen Tag verwendet werden kann. In diesem Sinne: Kiek mol wedder in!

Pressekontakt:
Nordsee-Tourismus-Service GmbH
Tanja Weinekötter
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Das muss ich meinen Freunden zeigen …

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