Das Wahrzeichen der Nordseeinsel Amrum, © Maike Walter© Maike Walter

Einen Tag Urlaub im Sommer, und was machen wir da – einfach mal auf die Insel fahren. Unsere Wahl fiel dieses Mal auf die kleine Insel mit der großen Freiheit – Amrum. Um Amrum komplett zu erkunden, haben wir uns für das Fahrrad entschieden. Laut der Seite www.amrum.de verläuft die große Radtour über die komplette Insel und hat eine Länge von ca. 20 km. Also ideal für einen Tagesausflug.

Ab durchs Wattenmeer

Als wir zu Hause starteten, war es ein warmer Sommertag mit einer verhangenen Wolkendecke. Eigentlich beste Voraussetzungen für einen Fahrradtag. Pünktlich in Dagebüll angekommen, wartete auch schon der Bus zu Fähre auf uns. Das nenne ich mal Service. Die Überfahrt nach Amrum dauert 2 Stunden inklusive einem Zwischenstopp auf Föhr. Wir sind mit der neuen Fähre „Schleswig-Holstein“ gefahren, die ein großes Panoramafenster mit Blick auf das Wattenmeer anbietet. Leider waren schon alle Liegen besetzt. Macht aber nichts, da wir es nicht geschafft hatten zu Hause zu frühstücken, holten wir dies auf der Fähre halt nach. Das Frühstück war gut und die Bedienung „freundlich“ wie immer. Ob es wohl ein Einstellungskriterium der Bordgastronomie ist, grimmig zu schauen und unfreundlich zu antworten- wer weiß. Es soll nur an dieser Stelle gesagt werden, wir Norddeutschen sind nicht alle so. Nach dem Frühstück wollten wir ein bisschen Nordseeluft schnuppern und gingen hoch auf das Sonnendeck. Die Aussicht war wirklich schön. Links von uns lag die Hallig Langeneß mit dem markanten Leuchtturm und rechts der goldene Strand der Insel Föhr, bei der wir gerade einen Zwischenstopp gemacht hatten. Da es doch sehr windig war, sind wir wieder unter Deck verschwunden und siehe da – jetzt waren auch ein paar Liegen am Panoramafenster frei.

Mit der Fähre vorbei an der Nordseeinsel Föhr, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter
Der Leuchtturm Amrum von der Ferne mit einer Möwe im Vordergrund, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Ab aufs Fahrrad

Auf Amrum angekommen sind wir zum nächsten Fahrradverleih marschiert und haben uns zwei Räder ausgeliehen. Vorweg hatte ich im Netz nach einem Verleiher in der Nähe des Fähranlegers recherchiert. Dies ist eigentlich gar nicht nötig, da zwei Verleiher in Sichtweite des Fähranlegers angesiedelt sind. Wir haben uns für den entschieden, bei dem am wenigsten los war – irgendwie hatten wohl mehrere Leute die Idee, die Insel mit dem Fahrrad zu erkunden. Die beiden Räder waren wirklich super und haben insgesamt 16,- Euro für den Tag gekostet.

Ab zum Leuchtturm

Na dann mal los über den Waldweg Richtung Norddorf. Vorbei an der berühmten „Blauen Maus“, die aber erst ab 18.00 Uhr geöffnet hat, so dass wir dort leider nicht einkehren konnten. Unseren ersten Stopp haben wir am imposanten Amrumer Leuchtturm gemacht. Inklusive der Düne ist er 66 Meter hoch. Da der Andrang recht groß war, haben wir auf eine Leuchtturmbesteigung verzichtet und uns wieder auf den Sattel geschwungen. Über den Waldweg ging es weiter Richtung Norden, vorbei an idyllisch gelegenen Ferienhäusern.

Der Waldweg auf der Westseite von Amrum Richtung Norddorf, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Ab auf den Kniepsand

Unseren nächsten Abstecher haben wir am Nebler Weststrand gemacht. Bis auf ein paar wenige Gäste waren wir so gut wie alleine am Strand. Das Wetter ließ ein Bad in der Nordsee leider nicht zu. Direkt am Strand war der starke, kalte Wind zu spüren. Das Meer war sehr aufgewühlt, so dass auch ein Badeverbot ausgesprochen war. Wie windig, um nicht zu sagen stürmisch, es an der Westseite war, hat uns erstaunt. Beim Fahrradfahren hinter den Dünen haben wir davon nichts mitbekommen. Erst als wir hinter den Dünen hervorkamen und über den Bohlenweg Richtung Wasser gelaufen sind, merkte man den starken Wind anhand des Gesicht-Sand-Peelings. Die Aussicht auf das Wasser und den langen und breiten Kniepsand war richtig befreiend. Ein tiefer Atemzug der reinen Nordseeluft – Thalasso pur. Direkt am Wasser merke ich es immer wieder, dass die Luft eine andere ist als im Binnenland. Viel frischer und irgendwie würzig. Eine kleine Auszeit am Strand, dabei das aufgewühlte Meer beobachten und die Weite des Kniepsands genießen – ein toller Augenblick. Ein Gefühl der Freiheit und Unabhängigkeit. Keine Zwänge mehr. Was ein Aufenthalt am Strand so alles mit mir bewirken kann. Ich bin immer wieder erstaunt. In solchen Momenten wird mir immer wieder klar, warum ich so gern hier an der Nordsee lebe und arbeite.

Strandkorb auf einer kleinen "Wanderdüne" am Kniepsand auf Amrum, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter
Der unendliche Kniepsand von Amrum mit vielen bunten Strandkörben, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Ab zu den "sprechenden Grabsteinen"

Nachdem wir die Zeit am Strand genossen haben, ging es mit dem Fahrrad weiter. Durch den Wald vorbei an der Vogelkoje und immer wieder mit Möglichkeiten über ausgewiesene Wege durch die Dünen hindurch zum Strand zu gelangen, die wir auch immer wieder nutzten.

In Norddorf angekommen, war es eigentlich geplant, dass wir weiter Richtung Norden fahren zum Schullandheim Ban Horn. Dort waren wir als Kinder auf Klassenfahrt und wollten in alten Erinnerungen schwelgen. Die Zeit war aber schon vorangeschritten und wir hatten auch schon ein wenig Hunger, daher sind wir auf der Wattenmeerseite der Insel wieder Richtung Süden geradelt. In Nebel haben wir in der Seekiste einen Halt gemacht und sehr lecker draußen im Strandkorb gegessen. Der kleine Ort Nebel ist mit seinen vielen Friesenhäusern richtig schnuckelig und einladend. Nach dem wir eine kleine Ortstour gemacht haben, sind wir zur 800 Jahre alten St.-Clemens-Kirche gefahren und haben uns die „sprechenden Grabsteine“ angeschaut. Die kunstvoll gestalteten Grabsteine erzählen die Lebensgesichte der Insulaner. Obwohl viele von Ihnen bereits aufwendig restauriert wurden ist es teilweise schwierig die Innenschriften zu lesen. Hier wird aber mit QR Codes für Smartphones eine Hilfestellung geleistet, die neben jedem Grabstein zu finden sind. Mit den dort hinterlegten genauen Texten und weiteren Informationen kann man sich da einen ganzen Tag aufhalten und die spannenden Geschichten der Seefahrer und Amrumer Familien erforschen. Da wir aber mit der 17.25 Fähre wieder aufs Festland wollten, mussten wir leider weiter.

Möwen brüten in den Dünen der Nordseeinsel Amrum, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Ab zum Ual Aanj

Auf der Ostseite der Insel hat man einen schönen Blick auf die Insel Föhr und aufs Wattenmeer. Zu unserer Zeit war gerade Ebbe. Ein kleines Stück des Weges konnten wir nicht mit dem Fahrrad fahren, da wir uns für den Pfad über den Strand entschieden haben. Fast die ganze Tour Richtung Süden hatten wir einen tollen Blick aufs Wattenmeer. Am Kliff „Ual Aanj“ konnten wir sehr gut Austernfischer, Pfuhlschnepfen und Sandregenpfeifer beobachten. Wir hatten schon von einigen Bewohnern auf der Hallig gehört, dass die Austernfischer recht laut zwitschern können. Auf Amrum haben wir es dann live erlebt. Und das Konzert war wirklich sehr, sehr geräuschvoll, aber schön. Und dann war von jetzt auf gleich alles still und leise – sehr faszinierend.

 

Am „Ual Aanj“ kommt der Geestkern der Insel zum Vorschein. Es ist sehr verwunderlich, dass gerade hier auf der ruhigen Ostseite der Insel Erosionen stattfinden und hier die größten Landverluste der Insel zu verzeichnen sind. Die Spuren des Landverlustes konnten wir auch sehr gut sehen. Vorbei an Steenodde ist Wittdün auch schon wieder in Sichtweite. Jetzt noch schnell ein leckeres Eis beim Italiener, Fahrräder abgeben und dann ab auf die Fähre Richtung Festland.

Austernfischer am Kliff Ual Aanj, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Unterkunftssuche


Ideale Unterkünfte
auf Amrum

© Kai Quedens

Infos und weitere Artikel des Autors

Maike Hinrichsen, © www.nordseetourismus.deMaikeHinrichsen
Nordic Walking hält fit und ist gesund, © Carlos Arias Enciso© Carlos Arias EncisoBLOG - Arme lang nach vorne Strecken

Die Arme lang nach vorne strecken

23.06.2014 - Maike Hinrichsen

Die gesunde Meeresluft und die tolle Aussicht aufs Meer beim Walking auf dem Deich genoeßen - ein Erfahrungsbericht

Der schneebedeckte Nordseestrand bei klaren blauen Himmel, © Alexander Seidlich© Alexander SeidlichBLOG - Grünkohl mal anders

Grünkohl mal anders

15.02.2016 - Maike Hinrichsen

Das traditionelle Essen zur Biike einmal ganz anders zubereitet - lecker!

Strandkörbe in St. Peter-Ording, © www.nordseetourismus.de / Tanja Weinekötter© www.nordseetourismus.de / Tanja WeinekötterBLOG-Strandkorb das Möbelstück der Nordsee

Strandkorb - das Möbelstück der Nordsee

28.03.2018 - Maike Hinrichsen

Wie baue ich meinen Traumstrandkorb! Unterwegs in der Strandkorbmanufaktur Strandkorb-King in Heide

preloaderweitere Treffer werden geladen
nächste Seite