Spaß am Strand von Westerhever, © Foto Oliver Franke© Foto Oliver Franke

Nichts ist so überraschend wie das Wetter an unserer Nordseeküste. Damit ihr Kleidungstechnisch bestens vorbereitet seid, habe ich euch für drei typische Urlaubsaktivitäten den besten „Friesenlook“ zusammengestellt. Alle samt eigens erprobt und für gut befunden. Viel Spaß beim Lesen.

Friesenlook „Wattwanderung“

Eine erfolgreiche Wattwanderung steht und fällt mit der Wahl der richtigen Kleidung. Zu aller erst solltet ihr auf ausreichenden Sonnenschutz achten, denn die leichte Brise, die bei uns an der Waterkant weht, kaschiert die Power der Sonne. Hinzu kommt noch die Reflexion durch die Wattoberfläche. Kurze Anekdote als Negativ-Beispiel aus eigener Erfahrung: Ich bin vor einiger Zeit leichtsinnig in Shorts und Top durchs Watt nach Nordstrandischmoor gewandert. Ergebnis: Sonnenbrand in den Kniekehlen, an den Schultern, im Gesicht und auf dem Kopf. Ich kann mich nicht entscheiden, was am unangenehmsten war: Der Schmerz – vor allem beim Duschen - oder die Tatsache, dass ich eine Woche wie ein Lobster rumlief. Also meine Bitte: Achtet auf ausreichenden Sonnenschutz. Und in dem Zusammenhang bitte auch auf eine Kopfbedeckung. Ich trage gerne eine umgedrehte Cappi, weil der Schirm meinen Nacken schützt. Wenn es schnell gehen soll und nicht so drauf ankommt, geht auch ein Geschirrhandtuch aus der Ferienwohnung unter der Mütze oder Cappi, um den Nacken zu schützen.

Ansonsten empfehle ich euch für eine Wattwanderung einen Rucksack, da er das Gewicht angenehm und rückenfreundlich verteilt. Im Rucksack sollten vor allem etwas zu trinken, ein paar Sandalen für den Landgang, falls ihr einen anstrebt, sowie Sonnencreme zum nachcremen und Wechselklamotten dabei zu haben. Kamera, Portmonee, Handy und sonstige empfindliche Schätze packe ich in eine extra Plastiktüte oder in einen wiederverschließbaren Gefrierbeutel. Wenn ihr Kinder dabei habt, empfehle ich euch noch ein Marmeladenglas und eine Lupe dabei zu haben, um das Watt genau zu erforschen.

Barfuss im Watt zu laufen ist ein tolles Gefühl und auch auch für die Fusmuskulatur sehr gesund. Muschlen können beim Barfußlaufen aber auch Schnittverletzungen verursachen., © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Bei einer Wattwanderung darf die Sonnencreme nicht fehlen, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Eine gute Alternative zu Surfschuhen sind Chuks, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Ein Tipp für empfindliche Füße - Surfschuhe bei einer Wattwanderung tragen., © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern

Mit der Schuhwahl ist das so eine Sache. Ich persönlich bin ja ein leidenschaftlicher Gummistiefelträger – außer im Watt. Die Stiefel erzeugen einen Unterdruck und saugen sich richtig fest im Watt. Außerdem laufen sie gut und gerne voll, wenn man einen Priel durchqueren muss. Im Zweifelsfall hat man ab dem Moment ein (Paar) Stiefel weniger oder man schleppt sie für den Rest als Ballast mit sich.

Barfuß empfehle ich auch nicht mehr, nachdem ich mit Anfang 20 als Zeltlagerbetreuerin ein 45kg-Mädchen mit einer stark blutenden Schnittverletzung einen Kilometer aus dem Watt getragen habe.

Meine Empfehlung geht zu Surfschuhen. Wenn man diese nicht hat, leisten auch ein paar alte Chucks ihren Dienst. Diese liegen eng am Knöchel an und die Sohle schützt vor Sandklaffmuscheln (besonders heimtückisch, weil sie meist senkrecht im Wattboden stecken) und den pazifischen Austern, die ebenfalls sehr scharfe Kanten haben.

Friesenlook „E-Bike-Tour“

Wenn sich an der Nordsee ein Look bewährt hat, dann der sogenannte Zwiebellook: Mehrere dünne Schichten wärmen besser als eine dicke. Ist ja auch irgendwie logisch, weil die Luft zwischen den Schichten wie eine Art Isolierung dient. Dieser Look ist nicht nur bei Spaziergängen, im Garten oder bei Wald- und Deichspaziergängen beliebt, sondern auch bei (E-Bike)-Fahrradtouren zu empfehlen.

Wenn ihr morgens früh aufbrecht, kann es noch ein bisschen frisch sein. Das bedeutet, dass ihr morgens etwas mehr anziehen solltet, als die Temperaturen es vermuten ließen. Auch der Wind an der Küste sollte nicht unterschätzt werden. Ich persönlich achte bei langen Radtouren zu allererst auf eine Jacke, die sich winddicht an den Rücken anschmiegt und so verhindert, dass die Nieren kalt werden. Sind meine Nieren kalt, ist bei mir der Tag gelaufen. Sobald ich warm geradelt bin, entblättere ich mich Schicht für Schicht. Immer nur ein Teil. [Wenn ich mir die letzten Sätze so durchlese, könnte es auch eine Strippoker-Anleitung werden. Hah!] Meine Kleidung verstaue ich am besten in einem Rucksack. Er sollte eng anliegen und sich perfekt dem Rücken anschmiegen. Im Rucksack verstaue ich meine Kleidung, etwas zu trinken, meine persönlichen Dinge sowie eine Sonnenbrille. Man soll sich wundern, aber die Sonne kommt manchmal ganz überraschend raus.

Wer die Wahl hat, hat die Qual. Die richtige Jacke finden für eine E-Bike Tour an der Nordseeküste, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Alles Wichtige gut verstaut im Rucksack für die Fahrradtour, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Immer dem Wind entgegen bei einer Radtour auf dem Deich, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Auf dem E-Bike ist man ganz schön flott unterwegs, deshalb Helm nicht vergessen, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern

Wenn man jetzt nicht nur mit einem Fahrrad, sondern einem E-Bike unterwegs ist, ist mein dringender Rat, einen Helm aufzusetzen. Ich selbst trage aus Eitelkeit auch keinen Helm, aber bei E-Bike-Touren mache ich da eine Ausnahme. Die Räder sind einfach zu schnell. Beim Reiten trägt man ja auch einen und mit dem Gaul ist man mindestens genauso flott unterwegs wie mit dem E-Bike. Also, Gesundheit vor Schönheit – Helm auf! Mittlerweile gibt es sogar Helme, sogenannte Ripcaps, die aussehen wie Beanies. Das wäre in jedem Fall eine Alternative – selbst für Helmmuffel wie mich.

Wenn ihr euch dazu entscheiden solltet, ein E-Bike nicht nur zu leihen (wenn ihr auf den Link klickt, gibt’s ne klasse Übersicht zu allen Leihstellen), sondern auch zu kaufen, kann ich euch drei Fahrradhändler meines Vertrauens nennen. Das wäre zum einen Fahrrad Schütt aus Leck (Hauptstraße 6) bei dem ich ein gebrauchtes Hollandrad für meinen Mann zum Geburtstag geshoppt habe und Bohnenkamp Bikes in Bredstedt. Dort habe ich noch kein Rad gekauft, aber die haben mir immer sehr geholfen, wenn mein dänischer Kinderwagen wieder einen Platten hatte. Soviel Service soll an dieser Stelle belohnt werden. Als dritte Empfehlung möchte ich auf die Firma GP-Joule hinweisen. Nun runzeln einige die Stirn und sagen sich „E-Bikes? Die sind doch eigentlich für Erneuerbare Energien zuständig.“ Genau! Und deshalb haben sie zwei „Hausmarken“ entwickelt: Zwei Citymodelle („Tiefeinsteiger“ und „sportlich“) und das Mountainbike-Modell. Meine Freundin fährt das Mountainbike-Modell und ist sehr begeistert von der Leichtigkeit und dem Handling. Was mich bei ihrem Rad überrascht hat: Es sieht nicht aus wie ein E-Bike, sondern wie ein normales Fahrrad.

Friesenlook „Fährfahrt“

Bei einer Fährfahrt kann es manchmal ganz schön pustig werden. Daher gilt mein erster Rat immer in Richtung Ohren und diese mittels einer Kopfbedeckung zu schützen. Da ich schon zwei Cappis in der Nordsee versenkt habe, empfehle ich Beanies, also Strickmützen. Je nach Windstärke und Temperatur wähle ich entweder zwischen einer dicken oder einer dünneren Ausführung. Die dickere Ausführung habe ich mir sturmerprobt in Dagebüll bei „Wettertüch“, wie de Nom dat schon sech, zugelegt. Und ein Hut? Nunja. Die Sache mit dem Sonnenhut mag vielleicht in einer Werbung für kugelförmige Kokos-Mandel-Süßwaren super aussehen, ist an der Nordsee allerdings mehr als unangebracht – zumindest, wenn ihr ihn behalten wollt. Eine Böe und er gesellt sich zu meinen zwei Cappis am Meeresgrund.

Ähnlich wie bei der Wattwanderung solltet ihr den Wind und die Reflexion des Wassers nicht unterschätzen. Von Dagebüll nach Föhr fährt man ca. 45 Minuten. Das bedeutet für einen sommersprossigen Hauttypen NULL wie mich nicht-eingecremt schon fast Verbrennungen I. Grades. Riskierr ihr es lieber nicht und sorgt für ausreichend Sonnenschutz

Nicht nur die Gäste warten auf die Ankunft der Fähre., © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Panoramafenster bieten während der Überfahrt einen tollen Ausblick auf die Nordsee, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Am besten mit Mütze auf die Fähre, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern
Es gibt immer etwas zu entdecken. Seehunde, Vögel oder einfach andere Schiffe, © DeichdeernGalerie öffnen© Deichdeern

Ansonsten empfehle ich euch, sofern es euer Handgepäck zu lässt, ein Gästehandtuch einzupacken. Es kommt nicht selten vor, dass das Wetter von Regen auf Sonne umschwenkt und dann könnt ihr die Ersten sein, die sich auf dem Sonnendeck den besten Platz ergattern. Das Handtuch dient - für die Cluburlauber unter uns – nicht zur Reservierung, sondern zum Trocken wischen der Sitzbänke. Rutschfestes Schuhwerk kann ich euch auch wärmstens empfehlen, denn unter Umständen kann es nach einer kurzen Erfrischung von Petrus auch mal rutschig auf dem Deck und vor allem im Treppenbereich werden.

Wenn ihr einen aufmerksamen Kapitän habt, wird er seine Fahrgäste auf Seehundbänke aufmerksam machen. Wenn ihr einen Seehund noch nie in Natura gesehen habt, lohnt es sich ein Fernglas dabei zu haben und einen Blick auf die Sandbank zu wagen.

Infos und weitere Artikel des Autors

Deichdeern, © DeichdeernDeichdeern

Julia Nissen ist 30, verheiratet und hat einen kleinen, einjährigen Sohn. Im Landwirtschaftsstudium lernte Julia ihren heutigen Mann und Nordfriesen Volker kennen. Hier, im Herzen Nordfrieslands, lebt die kleine Familie. Vor drei Jahren begann Julia, über ihr buntes Leben zwischen Kind, Küche und Kuhstall zu bloggen.

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