Klima Walking am Husumer Dockkoog, © Oliver Franke© Oliver Franke

Das Wetter ist super. Strahlender Sonnenschein, keine Wolke am Himmel und überraschenderweise weht mir auch kein Lüftchen um die Nase. Beste Voraussetzungen für eine Nordic Walking Stunde am Deich. Vorher muss noch einiges erledigt werden, Hausarbeit, die Kleine in die Kita bringen und dann geht es endlich los Richtung Nordstrand . Ein bisschen gestresst und mit fünf Minuten Verspätung komme ich beim Treffpunkt vorm Nordstrander Kurmittelhaus an. Meine Trainerin, Anja Wilhelm, wartet schon auf mich. Da ich heute die einzige Teilnehmerin des Kurses bin, erhalte ich eine exklusive Stunde – auch mal schön.

Tolle Aussicht ins Wattenmeer

Die Stunde startet mit der Übergabe der Nordic Walking Stöcke, die Frau Wilhelm gleich auf meine Größe einstellt. Auf dem Weg zum Deich erklärt sie mir die Lauftechnik des Nordic Walkings. Da ich schon öfter gewalkt bin, kann ich gleich ohne nachzudenken loslaufen. Als erstes gehen wir zur Aussichtsplattform auf den Deich. Von hier hat man einen tollen Blick ins UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Bei dieser Aussicht fällt bei mir gleich der morgendliche Stress ab und ich genieße die Weite der Nordsee. Die Luft ist heute so klar, dass wir einen sehr guten Blick auf die Halligwelt haben. Die Hallig Nordstrandischmoor wirkt so nah, dass ich das Gefühl habe, einen Stein dorthin werfen zu können. Auch die Halligen Gröde und Oland sind sehr gut zu erkennen. Sogar Langeness können wir sehen – dies kommt nur sehr selten vor. Die Insel Pellworm mit dem markanten Leuchtturm ist auch gut am Horizont zu sehen.

Die Warften der Hallig Nordstrandischmoor sind sehr gut von Nordstrand aus zu erkennen, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Nachdem wir die unbeschreibliche Aussicht genossen haben, geht es richtig los. Entlang der Deichstrasse vorbei an Cafés und Restaurants gehen wir zum freigegebenen Deichabschnitt. Ich kann mir aussuchen, ob ich vorm, auf oder hinter dem Deich Walken möchte. Natürlich entscheide ich mich für „auf dem Deich“ mit der tollen Aussicht. Hier höre ich es dann zum ersten Mal: „Beim Walken bitte die Arme ganz lang nach vorne strecken, damit auch der Nackenbereich mitarbeitet.“ Bei der Einführung hat Frau Wilhelm es mir ja schon gesagt, aber beim Laufen vergisst man es doch schnell wieder und fällt zurück in alte Gewohnheiten. Überhaupt soll ich beim Laufen den Rücken nicht versteifen, sondern ganz locker bleiben. Die Rückenmuskulatur muss so mehr arbeiten und wird automatisch gestärkt. Anja Wilhelm erzählt mir, dass Sie auch für den Nordstrander Sportverein Walking Kurse anbietet. Immer, wenn sie bekannte Kursteilnehmer beim Walken begegnet, sieht sie, wie schnell die Arme lang nach vorne gestreckt werden und der steife Rücken plötzlich ganz locker wird. Und da war es wieder, Arme lang nach vorne strecken beim Walken!

Was ist den jetzt das besondere am Walking direkt an der Nordsee? Anja Wilhelm erklärt, dass die meersalzhaltige Luft noch einen ganz besonderen Effekt auf den menschlichen Organismus hat. Neben Salzpartikel werden auch Magnesium und andere natürliche Mineralstoffe vom Meer an Land getragen. Dieses einzigartige Reizklima regt den Stoffwechsel besonders an und wirkt sich positiv auf die Atemwege aus. Dieser Effekt ist direkt an der Brandungszone am größten. Damit ich eine Vorstellung bekomme, wieviel Salz die Luft enthält, beschreibt mir meine Trainerin, wie ihre Fenster im Binnenland der Insel nach einem Sturm aussehen – weiß. Die Fenster sind bedeckt mit Salzkristallen. Es kam schon mal vor, dass die Fenster so salzig waren, dass man nicht mehr hindurch schauen konnte. Wenn ich an meine Kindheit zurück denke, sagte meine Oma das früher auch immer – und sie wohnte 20 km von der Küste entfernt.

Sportlich mit Nordic Walking über den Deich von Nordstrand, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

Und da kam es schon wieder – Arme lang nach vorne strecken! Hab ich doch glatt wieder vergessen. Auf Nordstrand ist die Aussicht beim Nordic Walking wirklich klasse. Rechts das ruhige Wattenmeer (wir haben grade Ebbe) und links einen tollen Ausblick auf das Landesinnere der Insel. Anja Wilhelm zeigt mir den Hof der Bürgermeisterin vom Elisabeth-Sophien-Koog, der einzige Ort auf Nordstrand, der nicht zur Gemeinde Nordstrand gehört. Die Badestelle Holmer Siel mit dem kleinen Hafen, der nur von den Mitarbeitern des Landesbetriebs Küstenschutz genutzt wird, und den Camping-Platz der Insel. Nebenbei erzählt sie mir, dass ihr Mann Fischer ist und sie ihm beim Verkauf der Ware unterstützt.

Schnell über den Deich

Unseren Weg auf dem Deich kreuzen diverse Schafe, die sich nicht durch uns aus der Ruhe bringen lassen. Rechts und links neben uns auf den Straßen fahren vereinzelt Fahrradfahrer an uns vorbei. Eine ganz entspannte Atmosphäre hat sich beim Walking aufgebaut. Vom morgendlichen Stress ist bei mir nichts mehr zu spüren. Noch einmal die schöne frisch, salzhaltige Luft einatmen und die Sonne genießen. Anja Wilhelm schaut auf die Uhr. Umdrehen – es geht wieder zurück. Hierbei ist es wichtig, auf der gleichen Seite weiterzulaufen. Damit sollen Verspannungen vorgebeugt werden, die durch die automatische Drehung zum Gesprächspartner entstehen. Überhaupt beansprucht das Nordic Walking eine Vielzahl von Muskeln und beim Snötern mit dem Walking-Partner müssen sogar die Gesichtsmuskeln fleißig arbeiten. „So, jetzt einmal stärker mit den Nordic Walking Stöckern abdrücken und die Arme lang nach vorne strecken“, fordert mich Frau Wilhelm auf. Dadurch werden die Muskeln mehr beansprucht, der Puls steigt und man kann schneller walken.

Nordsee Schaf, © www.nordseetourismus.de/AlexanderSeidlichGalerie öffnen© www.nordseetourismus.de/AlexanderSeidlich

Nun geht es wieder runter vom Deich, vorbei an den Restaurants und Cafés zurück zur Aussichtsplattform. Die Schritte werden immer langsamer. Meine Trainerin erklärt, dass ein abruptes anhalten nach dem Laufen nicht gut für das Herz ist. Also, immer langsamer werden und dann zum Stehen kommen. Auf der Aussichtsplattform kommen wir zum Cool Down und stretchen unsere Beine und den Oberkörper. Noch einmal die gesunde Salzluft einatmen, die Aussicht genießen und ab geht es wieder Richtung Kurmittelhaus – Stöcker abgeben.

Die Trainerin Anja Wilhelm und ich, © Maike WalterGalerie öffnen© Maike Walter

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