Dünen in St. Peter-Ording, © MeerArt / Ralph Kerpa© MeerArt / Ralph Kerpa

Kaum ein Meer ist so umstritten wie die Nordsee. Viele lieben sie, andere vermissen an ihr zeitweise das Wasser. Wir lieben sie und können von ihr gar nicht genug kriegen. Fünf Gründe, warum wir die Nordsee so lieben…

1) Die Gezeiten

Dünen in St. Peter-Ording, © MeerArt / Ralph KerpaGalerie öffnen© MeerArt / Ralph Kerpa

Die Gezeiten sind ein besonderes und sichtbares Merkmal. Das lässt sich anhand dieser beiden Bilder aus St. Peter-Ording ganz gut verdeutlichen. Der ständige Wechsel von Ebbe und Flut formt und prägt die Landschaft. Die Gezeiten bestimmen das Leben und legen es auch mal lahm. Das Ganze geschieht zweimal täglich. Wenn die Flut kommt, steigt das Wasser zwischen zwei und dreieinhalb Meter an und die Wattflächen werden überspült. Wenn der höchste Wasserstand erreicht ist, nennt man das Hochwasser (auch Tidehochwasser). Bei Ebbe fallen die Gebiete wieder trocken. Ist hier der tiefste Stand erreicht, nennt man das Niedrigwasser (auch Tideniedrigwasser).
Eine Naturgewalt, die der Mensch wohl niemals beherrschen wird. Aber genau das macht für uns diese Faszination aus, denn wer mit oder von der Nordsee leben will, muss sich anpassen und nicht umgekehrt.

Strand von St. Peter-Ording bei Flut, © MeerArt / Ralph KerpaGalerie öffnen© MeerArt / Ralph Kerpa

2) Die Weite

Weiter Blick auf die Insel Sylt, © MeerArt / Ralph KerpaGalerie öffnen© MeerArt / Ralph Kerpa

Besonders ergreifend ist für uns die Weite an der Nordsee und damit meinen wir nicht, dass man heute schon sieht wer morgen zu Besuch kommt. Ob Festland, Insel oder Hallig, du bist umgeben von dieser nicht enden wollenden Weite. Ein Gefühl der Freiheit. Nirgends kann man sich besser verlieren, relaxen, abschalten oder Kraft tanken. Du kannst stundenlang am Strand laufen, Strandgut sammeln, in die Ferne schauen oder einfach nur da sitzen und an nichts denken. Die Strände sind so weitläufig, dass selbst in der Hochsaison genügend Platz bleibt, um sich zu entspannen. Uns geht da einfach immer das Herz auf. Bei klarer Sicht erkennt man sogar die Nachbarinseln, so wie hier. Von Amrum aus konnten wir prima die Insel Sylt erkennen.

3) Das Licht

Kniepsand auf Amrum in besonderem Licht, © MeerArt / Ralph KerpaGalerie öffnen© MeerArt / Ralph Kerpa

Die Lichtstimmungen an der Nordsee sind einmalig und mit fast nichts zu vergleichen. Ganz besonders wenn die Wolken über das Land ziehen und mit ihrem Schattenwurf die Landschaft verzaubern. Mal ist es ein harter Kontrast, dann wieder seidig weich wie hier am Kniepsand auf Amrum. Wer schon mal einen Sonnenauf- oder -untergang mit all seiner Farbpracht erleben durfte, weiß was ich meine. Die Jahreszeit ist  völlig egal. Und nein, ich will jetzt nicht auf dem typischen Spruch rumreiten, an der Nordsee gibt es kein schlechtes Wetter… Natürlich gibt es das, aber eben anders. Ich kenne keinen Ort, der selbst bei Sturmflut so viele Menschen in den Bann zieht wie die Nordsee.

4) Das Watt

Rettungsbake Westerhever im Watt, © MeerArt / Ralph KerpaGalerie öffnen© MeerArt / Ralph Kerpa

Wir lieben das Watt. Für viele ist es ja eher eine unangenehme Angelegenheit, aber wir mögen es, barfuß durch den Schlick zu laufen. Allein die vielen unterschiedlichen Untergründe über die man läuft, mal weicher, mal fester. Eine bessere Reflexzonenmassage gibt es nicht. Sollte es doch zu kalt sein, dann zieht man sich eben Gummistiefel an – was für ein Spaß.
Wer schon mal an einer Wattwanderung teilgenommen hat, weiß was für ein faszinierender Lebensraum sich im Watt verbirgt. Die vielen kleinen wirbellosen Tiere, wie Würmer, Muscheln, Schnecken oder Krebse bilden die Nahrungsgrundlage für viele Lebewesen. Aber Vorsicht, immer die Gezeiten im Auge behalten. Solltet ihr von der Flut überrascht werden, helfen Rettungsbaken wie hier am Strand von Westerheversand.

5) Die Natur

Natur pur in den Salzwiesen von Westerhever, © MeerArt / Ralph KerpaGalerie öffnen© MeerArt / Ralph Kerpa

Oft schwärmen wir von wilden Landschaften wie die in Afrika und Südamerika. Dabei vergessen wir nur zu gern, dass wir eine atemberaubende und wilde Natur direkt vor unseren Füßen haben. Die Nordsee ist so viel mehr als nur der Wechsel von Ebbe und Flut. Wenn wir allein an die Salzwiesen in Westerhever denken, dann sind wir völlig fasziniert, was dort alles auf den salzigen Böden wächst und gedeiht.
Zu Salzwiesen, Dünen, Stränden und den urzeitlichen Geestkliffs gesellen sich unzählige Tiere. Außerdem sind unsere Big Five wie Seehund und Kegelrobbe, Schweinswal oder Seeadler auch nicht zu verachten. Sogar der Stör soll sich hier wieder ansiedeln. Zahlreiche Vogelarten, die hier dauerhaft oder nur übergangsweise leben, sorgen ebenfalls alljährlich für ein fantastisches Naturschauspiel.

An der Nordsee gleicht kein Tag dem anderen, deshalb wird es auch nie langweilig, selbst wenn man immer nur an den selben Ort fahren würde. Für uns ist die Nordsee ein ganz besonderer Magnet, gerade wenn wir Ruhe suchen und eine absolute Auszeit vom Alltag brauchen.

Die Wahrzeichen der Küste - Leuchttürme. Hier das Quermarkenfeuer auf der Insel Amrum, © Oliver Franke

Nordsee Unterkünfte


© Oliver Franke

Infos und weitere Artikel des Autors

Die Blogautoren Claudia und Ralph schreiben über ihre Erlebnisse an der Nordsee, © MeerART / Ralph Kerpa Claudia und Ralph von MeerART
Sonnenuntergang über Norddorf auf der Nordseeinsel Amrum, © MeerART / Ralph Kerpa© MeerART / Ralph KerpaBLOG - Nordsee als Fenster zur Seele

Die Nordsee: das Fenster zur Seele

28.01.2016 - Claudia und Ralph von MeerART

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