Mit dem Fahrrad die Museen an der Nordsee erkunden, © Oliver Franke© Oliver Franke

Museen und Ausstellungen, die man in Dithmarschen besucht haben muss

30.04.2018 - Sandra Hief

Sandra Hief, © Sandra Hief

Ich gebe es zu, ich bin ein bekennender Museumsfan und Ausstellungen besuche ich auch sehr gern. Die Geschichte der Bauernrepublik Dithmarschen ist tatsächlich sehr spannend und interessant.

Natürlich kann man Bücher lesen und sich informieren aber live vor Ort ist das irgendwie etwas anderes. Ich genieße besonders die Stimmung die mich einfängt, sobald ich ein Museum oder eine Ausstellung besuche. Die meist besonderen Gebäude, die Gerüche, die liebevoll gestalteten Details und die spürbare Liebe, die in der Aufbereitung der Ausstellungsstücke zu erkennen ist.

Ich möchte Euch meine 5 Lieblingsmuseen und Ausstellungen vorstellen, die ich mir in Dithmarschen gern anschaue:

Kohlosseum in Wesselburen

Kohl spielt eine große Rolle hier bei uns in der Region, ist Dithmarschen doch das größte geschlossene Kohlanbaugebiet in Europa. Ein Förderverein hat in einem historischen Gebäude, in dem einst eine Sauerkrautfabrik ansässig war, dass Kohlosseum ins Leben gerufen. Hier wurde ein Bauernmarkt, eine Krautwerkstatt und ein Museum integriert.

Im Museum lernt man die Verarbeitung des Kohls von gestern und heute kennen. Muss sehr mühsam gewesen sein das Ganze, wenn man sich die ganzen Gerätschaften so anschaut.

In der Krautwerkstatt gibt es eindrucksvolle Vorführungen zur Sauerkrautherstellung und eine Darstellung, was man mit Kohl sonst noch alles anstellen kann. Die Kostprobe nach der Vorführung macht klar, warum das Dithmarscher Sauerkraut so besonders ist. Es schmeckt phantastisch!

Auch ein Besuch im Bauernmarkt lohnt sich. Hier kann man nach Herzenslust shoppen. Im Angebot sind viele Produkte rund um den Kohl, Schafsfelle, liebevoll zusammengestellte Dekoartikel und diverse Leckereien. Die netten Mitarbeiter hier beraten einen gerne und irgendwie habe ich immer ein kleines Tütchen dabei, wenn ich wieder ins Auto steige. Immer mit dabei ein kleiner Vorrat an Sauerkraut. Alle Infos zum Kohlosseum

Eingang des Kohlosseum in Wesselburen, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Die ausgestellte Kohlschneidestraße im Kohlosseum, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Tiere im Kohlanbaugebiet werden hier interessant dargestellt, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Ein Blick auf den Bauernmarkt im Kohlosseum, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Der Eingangsbereich des Dithmarscher Landesmuseums in Meldorf, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Ein Friseursalon aus frühren Zeiten, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Eine alte Zahnarztpraxis nachgestellt im Dithmarscher Landesmuseum, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Operationssaal aus dem Jahr 1930, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief

Dithmarscher Landesmuseum in Meldorf

Dieses Museum hat mich schon immer fasziniert. Das alte Museumsgebäude hat einen ganz besonderen Charme und ist an sich schon schön. Hier erlebt man eine spannende Zeitreise durch die Dithmarscher Geschichte und die Lebensweise der Dithmarscher. Besonders gefällt mir die Darstellung der einzelnen Räume, die die Wohn-, Arbeits-, und Lebenssituation der damaligen Zeit wiederspiegeln. Allein der Operationssaal, der dem Standard von 1930 entspricht macht deutlich, dass es damals kein Zuckerschlecken gewesen sein muss, richtig krank zu sein. Wahnsinn, wie sich die Technik seitdem weiterentwickelt hat. Auch der Blick in die alten Dithmarscher Stuben, den Friseursalon oder das Klassenzimmer von 1920 finde ich faszinierend.

Vom Mittelalter ausgehend findet man hier viele Ausstellungsstücke die belegen, wie einfach wir es heute haben und wie leicht unser Alltag inzwischen geworden ist.

Ein Besuch im Dithmarscher Landesmuseum gibt einem einen tollen Rundumblick und auch ein Verständnis, warum einige Dinge heute so sind wie sie sind. Besonders hier in Dithmarschen.

 

Atrium-Museum an der Schleuse in Brunsbüttel

Klein aber fein gestaltet sich das Atrium, welches sich direkt neben den neuen Schleusen auf der Nordseite des Nord-Ostsee-Kanals befindet.

Wer sich für den Nord-Ostsee-Kanal und dessen Bau interessiert ist hier richtig.

Ein Besuch im Atrium gleicht einem Ausflug in das achtzehnte Jahrhundert, indem der Kanal unter Kaiser Wilhelm I. erbaut wurde - und zwar von Hand! Anhand von diversen Schautafeln, Landschafts-und Funktionsmodellen und historischen Ausstellungsstücken wird schnell klar, wie aufwendig der Bau des Kanals gewesen sein muss in der damaligen Zeit. Wirklich lohnenswert ist ein Abstecher in die Filmothek des Museums. Hier laufen Filme wie "Des Kaisers Kanal" "So funktioniert der NOK" und "Der Neubau der 5. Schleuse".

Im Anschluss sollte man sich eine Schleusenführung nicht entgehen lassen. Mit ein bisschen Glück wird gerade einer der Ozeanriesen geschleust, die täglich den Kanal passieren.

Die Schleusenübersicht von Brunsbüttel, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Interessante Informationen aufbereitet im Atrium, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Eine Brücke über dem Nord-Ostsee-Kanal als Miniaturform, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Abbild eines Schiffes im Atrium mit vielen Informationen, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Erklärung wie die Schleuse des Nord-Ostsee-Kanals funktioniert, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Tauchermasken aus früheren Zeiten, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Alle Infos vom Steinzeitpark Dithmarschen auf einem Blick, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Das Haus Flintbek wird auf das Ende der Jungsteinzeit datiert., © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Das Steinzeitdorf mit Häusern und Feuerstelle, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Die Feuerütte im Steinzeitdorf, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Eingezäunter Steinzeitweg, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Das Haus Flögeln zeigt eine mögliche Wohnsituation in der Steinzeit, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief

Steinzeitpark-Dithmarschen in Albersdorf

Wer den Steinzeitpark-Dithmarschen in Albersdorf noch nicht kennt, sollte auf jeden Fall einmal hinfahren. Ein Besuch lohnt sich! Der Steinzeitpark gliedert sich auf in das Steinzeitdorf und in ein 40 Hektar großes Freigelände. Auf dem Freigelände leben Tiere, alte und seltene Rassen - einige sind sogar vom Aussterben bedroht. Hier wird verdeutlicht, wie die Landwirtschaft vor 5000 Jahren aussah. Wer sich auf die Suche macht, wird hier originale Grabhügel und Großsteingräber finden. Eine wirklich einzigartige Naturlandschaft. Im Steinzeitdorf erfährt man, wie die Menschen in Norddeutschland in der Steinzeit gelebt haben. Der Rundwanderweg führt einen durch verschiedene Epochen, vorbei an Originalfunden sowie originalgetreuen Nachbauten der damaligen Zeit. Den Kern der Angebote bildet der handlungs-und erlebnisorientierte Teil. Hier lohnt sich ein Blick in den Veranstaltungskalender des Steinzeitparks. Besonders beliebt sind die Mitmachaktionen, wie zB. Töpfern, Feuer machen, Getreide mahlen, Bogenschießen, Flint schlagen etc. Von Mitte April bis Ende September lebt ein Steinzeitjäger und eine Steinzeitbäuerin im Dorf. Ihnen bei der täglichen Arbeit zuzuschauen macht unheimlich viel Spaß und gibt einem eine ungefähre Vorstellung davon, wie der Alltag in der Steinzeit ausgesehen haben muss.

Das Museum für Archäologie und Ökologie in Albersdorf ergänzt das Angebot des Steinzeitparks und ist von April bis Oktober geöffnet.

 

NABU Nationalparkhaus Wattwurm im Meldorfer Speicherkoog

Inmitten des wunderschönen Naturschutzgebiets des Meldorfer Speicherkoogs findet man ein halbrundes Haus, dessen Form an einen Wattwurm erinnert - das NABU Nationalparkhaus Wattwurm. Die Ausstellung im Inneren des Wattwurms informiert über den Nationalpark Wattenmeer, über die Geschichte des Speicherkoogs und dessen wichtigen Naturschutzgebiete das „Kronenloch“ und das „Wöhrdener Loch“. Betreut wird die Ausstellung von zwei jungen Menschen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes, den BFDlern. Man merkt den Freiwilligen die Begeisterung an, wenn sie mit leuchtenden Augen von ihrem Arbeitsalltag erzählen, die neben der Ausstellungsbetreuung auch Führungen und die Gebietsbetreuung übernehmen. In dieser Ausstellung wird man als Besucher abgeholt, für die Natur sensibilisiert und begeistert. Das gefällt mir am meisten und mir geht immer das Herz auf, wenn sich so um den Naturschutz gekümmert wird. Nicht entgehen lassen sollte man sich einen Abstecher auf den Naturlehrpfad, der direkt am Haus beginnt. Ein Bohlenweg führt einen in die atemberaubende Natur des Speicherkoogs, vorbei an Sanddornbüschen und wunderschönen Orchideenwiesen. Hier raschelt es überall und man bekommt die unterschiedlichsten Sing- und Brutvogelarten zu Gesicht. Natur erlebbar gemacht…wunderbar!

Die Ausstellung ist von April bis Ende Oktober. Der Eintritt sowie alle angebotenen Führungen sind kostenlos, Spenden sind herzlich willkommen!

Daniel Achenbach ist als BFDler im Nationalparkhaus Wattwurm beschäftigt., © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Das Nationalparkhaus mit seiner besonderen Form, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief
Informationen zur Vogelinsel Trischen, © Sandra HiefGalerie öffnen© Sandra Hief

Natürlich gibt es eine ganze Menge mehr zu entdecken hier in Dithmarschen.

Für die Kulturinteressierten ein kleiner Überblick über Museen und Ausstellungen:

  • Hebbelmuseum in Wesselburen: Auf den Spuren von Christian Friedrich Hebbel.
  • Museumsinsel Lüttenheid in Heide: Die Museumsinsel Lüttenheid liegt im alten Handwerkerviertel in Heide. Hier findet Ihr das Klaus-Groth-Museum und das Heimatmuseum.
  • Brahmshaus in Heide: Sitz der Brahmsgesellschaft Schleswig-Holstein.
  • Museum am Meer in Büsum: Bietet einen Einblick in den Alltag der Küstenfischer und die Krabbenverarbeitung.
  • NaTourcentrum – Heimatmuseum in Lunden: Naturgeschichte und Naturschutz in der Eider-Treene-Sorge Region mit geologischem und geschichtlichem Hintergrund.
  • Schleswig-Holsteinisches Landwirtschaftsmuseum in Meldorf: Museum des Landlebens und des bäuerlichen Alltags.
  • Burger Waldmuseum in Burg: Zentrum für Naturschutz und Waldpädagogik an der Westküste.
  • Burger Museum in Burg: Bummel durch alte Zeiten des Gewerbes, einer Landapotheke und der Schifffahrt in Dithmarschen.
  • Freimaurermuseum in St.Michaelisdonn: Das drittgrößte Freimaurermuseum in Europa.
  • DIKIMU – Dithmarscher Kinder-und Jugendmuseum in Meldorf: Aktiver Bildungs-und Freizeitort mit jährlich wechselnden Mitmach-Ausstellungen.
  • Dorfmuseum Eggstedt: Ausstellung alter landwirtschaftlicher und handwerklicher Geräte.
  • Frenssen-Haus in Barlt: Geburts-, Wohn-, und Sterbehaus von Gustav Frenssen.
  • Heimatmuseum in Brunsbüttel: Moderne Darstellung der Stadtgeschichte und vieles mehr.
  • Stadtgalerie im Elbeforum in Brunsbüttel: Vermittlungsort für moderne Kunst.
  • Kultur- und Bürgerhaus in Marne: Wechselnde Ausstellungen zeitgenössischer Künstler, wechselndes Kulturprogramm.
  • Heimatmuseum Marner Skat Club in Marne: Raritätensammlung des Marner Skatclubs.

 

Infos und weitere Artikel des Autors

Sandra Hief, © Sandra HiefSandraHief

Als waschechte Dithmarscher Deern bin ich hauptberuflich als Flugbegleiterin unterwegs. Ich freue mich, Euch sagen zu können: zu Hause ist es doch am Schönsten! Nebenbei schreibe ich Blogbeiträge über Land und Leute, Natur und Kultur inklusive regionaler Insidertipps. Um Euch die Schönheit unserer Region näher zu bringen, bieten wir demnächst Ausflüge und Events in unserer Heimat an. Schaut gern mal vorbei unter http://www.upnswutschimnorden.de/

mehr über den Autor lesen
Winterwatt Büsum, © Sandra Hief© Sandra HiefBLOG - Wintertipps Dithmarschen

Wintertipps für Dithmarschen

22.12.2017 - Sandra Hief

Das Wort „Hygge“ hat seinen Ursprung in Norwegen und heißt grob übersetzt Gemütlichkeit oder Wohlbefinden. Ich habe mich einmal aufgemacht, um für Euch die hyggeligsten Plätze in Dithmarschen zusammenzustellen.

Geöffneter Schlafstrandkorb am Strand von Büsum, © Tourismus Marketing Service Büsum GmbH© Tourismus Marketing Service Büsum GmbHBLOG - Ungewöhnliche Unterkünfte

Ungewöhnliche Übernachtungsmöglichkeiten in Dithmarschen

11.06.2018 - Sandra Hief

Wer sein Haupt einmal an ganz ungewöhnlicher Stätte betten möchte, ist genau Richtig in Dithmarschen. Kommt mit auf eine Reise zu den ungewöhnlichen Unterkünften im Nordseeland

Leuchtturm in Büsum, © Ralf Wilken/www.nordseetourismus.de© Ralf Wilken/www.nordseetourismus.deBLOG - Foto-Hotspots Dithmarschen

Die fünf schönsten Fotohotspots in Dithmarschen

05.07.2018 - Sandra Hief

Mit der Kamera unterwegs in Dithmarschen zu den schönsten Fotohotspots.

preloaderweitere Treffer werden geladen
nächste Seite