Husumer Hafen weihnachtlich beleuchtet, © Alexander Seidlich© Alexander Seidlich

Nun sind wir schon mittendrin, in der Vorweihnachtszeit. Die erste Kerze brennt bereits und es ist Zeit, über Weihnachtsmärkte zu bummeln, Geschenke zu basteln und Plätzchen zu backen. Das ist auch bei uns so. Doch ganz besonders liebe ich unsere friesischen Traditionen, sowohl zu Weihnachten, wie auch zu Silvester.

Weihnachten auf Friesisch

Eine Tradition ist der Julbaum, im Sylter Friesisch auch Jöölboom und im Föhrer Friesisch Kenkenbuum genannt. Es ist eine hölzerne Variante des klassischen Tannenbaums. Entstanden ist das Holzgestell, das mit immergrünen Zweigen aus Efeu oder Buchsbaum, vier Kerzen und Figuren – sogenannte Kenkentjüch - geschmückt wird, aus der Not heraus, da es auf den Inseln und Halligen kaum Tannen gab. Wie die Weihnachtsbäume auf dem Festland symbolisiert auch der begrünte Julbaum die Hoffnung, dass auf den Winter der lebenspendende Frühling folgt. Die Kenkentjüch stellen traditionell Adam und Eva, ein Schwein, eine Kuh, ein Pferd und einen Hahn dar. An der Küste dürfen natürlich auch Fisch und Segelschiff nicht fehlen.

Passend dazu genießen wir gerne eine Glögg. Der skandinavische Glögg aus Rotwein und Korn oder Wodka mit weihnachtlichen Gewürzen, Rosinen und Mandeln wird traditionell in der Adventszeit genossen. Eiergrog hingegen trinkt man bei uns das ganze Jahr, in weihnachtlicher Atmosphäre jedoch umso lieber. Er ist süß und süffig und hat es in sich: Für einen Schleswig-Holsteiner Eiergrog kommt ein Eigelb in einen Becher, das mit einem Esslöffel Zucker schaumig geschlagen wird. Aufgefüllt wird die fast steife Masse mit Rum und kochendem Wasser.

Schaukelpferd unter dem Weihnachtsbaum., © Constanze HöfinghoffGalerie öffnen© Constanze Höfinghoff

Silvester - Rummelpott - Hulken

Fröhlich geht es auch an Silvester auf den Inseln und in Nordfriesland zu, wenn es beim Rummelpott-Laufen laut hergeht. Die Kinder sind zumeist bunt und schrill gekleidet und haben einen Topf, eine Tasche oder Körbe in der Hand. In Gruppen gehen sie von Haus zu Haus und locken mit lustigen Liedern die Bewohner heraus. Süßigkeiten, Obst und manchmal auch Geld werden ersungen. Wer nichts gibt, muss mit einem Spottlied rechnen. Rummelpott hat eine lange Tradition im Norden Schleswig-Holsteins und im Süden Dänemarks. Der Begriff stammt aus dem Niederdeutschen (rummeln = poltern) und bezeichnete einst einen Topf, der mit einer Schweinsblase überzogen war und mit dem man mittels eines Schilfrohrs Krach machte. In den Rauhnächten zwischen Weihnachten und Neujahr sollten damit die Wintergeister vertrieben werden, denn im Volksglauben stand in diesen Nächten die Welt der Geister offen. Heute denken die Kinder wohl eher an die Beute, die Tradition des Rummelpottlaufens geht jedoch wahrscheinlich auf das 17. Jahrhundert zurück und auch Erwachsene laufen heute noch Rummelpott, diese erhalten statt Süßem jedoch in der Regel ein Gläschen Schnaps.

Auf Amrum wird die Tradition Hulken genannt. Auch hier sind Große und kleine Gestalten verkleidet und maskiert und bitten um Erkennung, Süßes oder Saures. Der alte friesische Brauch, der so richtig deftig fast nur noch auf Amrum zelebriert wird, macht heute allen Spaß, hat aber einen ernsthaften Ursprung: die Hulken sollten die Hausbesitzer daran erinnern, alles Bewegliche für Winter- und Sturmzeit ins Haus zu räumen und nahmen, was nicht fest war mit und versteckten es in den Weiten der Amrumer Marsch. Heute nutzen die sehr kreativen Hulken das Maskenspiel auch zum Ausdruck friedlichen Protests gegen ausgewählte Brennpunkte der Inselpolitik. Aber alle wünschen dennoch „a seegent nei juar“ - ein gesegnetes neues Jahr!

Schnee auf dem Sand an der Treppe zum Strand, © Alexander SeidlichGalerie öffnen© Alexander Seidlich

Neujahrsbaden

Wer mutig ist und das neue Jahr gleich mit einem erfrischenden Bad beginnen möchte, kann am Neujahrstag in vielen Orten am Neujahrsbaden teilnehmen. Das eiskalte Vergnügen hat bislang noch jeden müden Lebensgeist nach einer durchfeierten Nacht wachgerüttelt. Wahre Schwimmkünste stehen bei diesem traditionellen Event eher im Hintergrund, denn viel entscheidender bei solch widrigen Wetterbedingungen sind jede Menge Mut und eine große Portion Überwindungskraft.

Feuerwerk Silvester Föhr, © Föhr Tourismus GmbH© Föhr Tourismus GmbHIhre Nordsee Angebote

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Winterliche Landschaft in Nordfriesland bei Sonnenaufgang., © Frank Tusch

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Tanja Weinekötter, © Fotodesign Flensburg/nordseetourismus.de Tanja Weinekötter

Ich bin eine begeisterte Nordseeliebhaberin und besonders gern auf Eiderstedt und in St. Peter-Ording unterwegs.

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