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Das Projekt NordseeCard wird eingestellt

Presse 09/2020: Das Projekt NordseeCard endet mit vielen neuen Erkenntnissen für zukünftige Gäste-Angebote

Nach knapp drei Jahren Projektlaufzeit wird das Projekt NordseeCard eingestellt. Darauf verständigten sich die Teilnehmer der Gesellschafterversammlung und des Marketingbeirates der Nordsee-Tourismus-Service GmbH (NTS) am Montagmorgen in Husum.

Die NordseeCard, geplant als umlagefinanzierte Gästekarte für die Nordsee Schleswig-Holstein, sollte durch die Bündelung von Leistungen für den Gast die gesamte Nordseeregion attraktiver machen und auch den ÖPNV miteinbeziehen. 

Allerdings gestaltete sich die Akquise der Gastgeber und teilweise auch der Leistungspartner für das Projekt deutlich schwieriger als anfangs angenommen.

In einer Machbarkeitsstudie wurde Ende 2018 zunächst die grundsätzliche Realisierungsmöglichkeit durch die auf dem Gebiet der touristischen Leistungskarten führende Gesellschaft WIIF aus Oberstaufen geprüft.

In den nachfolgenden 18 Monaten wurden anschließend mehr als 140 Partner aus allen Freizeit-, Kultur- und Erlebnisbereichen auf den Inseln und dem Festland geworben, die sich bereit erklärten, bei der NordseeCard mitzumachen. Die Bereitschaft zur Teilnahme am Projekt signalisierten auch die Kreise für den Busverkehr in Nordfriesland und Dithmarschen sowie auch das verantwortliche Unternehmen auf Sylt. Mit diesen Angebotspartnern hat dann die NTS die Gastgeberakquise für die NordseeCard begonnen. Allerdings stellte sich diese als komplexer und zeitaufwendiger heraus als vorgesehen.

Daraufhin hatten sich die Gesellschafter NTS und des Marketingbeirates der NTS darauf verständigt, das Projekt noch einmal ergebnisoffen zu evaluieren. Diese ist nun im September geschehen. Sicherheitshalber haben sich alle Projektpartner darauf verständigt, die weitere Gastgeberakquise für das Projekt einzustellen, die bisherigen Ergebnisse aufzuarbeiten und das Projekt einzustellen.

„Das Projekt NordseeCard in einer so vielfältigen und weiträumigen Region wie der Nordsee Schleswig-Holstein anzugehen war eine spannende und erkenntnisreiche Erfahrung. Allerdings ist das Thema zeitweise kompliziert und sehr erklärungsbedürftig für die Gastgeber, die sich letztlich vertraglich verpflichten müssen, den Umlagebeitrag für die NordseeCard für ihre Gäste verbindlich abzuführen. Da unsere Nordsee-Region gerade in den letzten Jahren ohnehin schon sehr gut gebucht wird, war die Bereitschaft der Gastgeber an der NordseeCard mitzumachen, doch eher zögerlich.“ sagt Frank Ketter, Geschäftsführer der NTS.  „Wir haben uns jetzt gemeinsam dazu entschlossen, das Projekt NordseeCard nicht weiterzuverfolgen“.

Weitere Stimmen zur Beendigung des Projektes NordseeCard:

Stefan Mohrdieck, Landrat des Kreises Dithmarschen:

„Ich danke alle Projektpartnern und Leistungsträgern, die sich bereits bereiterklärt hatten, bei dem Projekt mitzumachen. Es ist wichtig mit den touristischen Akteuren und den verschiedenen Verkehrsträgern jetzt weiterhin im Gespräch zu bleiben, um nachhaltige und umweltfreundliche Verkehrs- und Angebotskonzepte weiter zu verfolgen.“

Florian Lorenzen, Landrat des Kreises Nordfriesland:

„Eine umlagefinanzierte Leistungskarte hätten wir bei einer erfolgreichen Einführung als NordseeCard wunderbar auch für andere Gruppen, wie z.B. zur Fachkräftebindung oder für das Ehrenamt einsetzen können. Aber es richtig, das Projekt jetzt zu beenden, wenn die Erfolgsaussichten der örtlichen Expertise als zu gering eingeschätzt werden.“
 

Die Funktionsweise NordseeCard:

Das Prinzip dieser Karten, die deutschlandweit in anderen Urlaubsgebieten erfolgreich als Service für Gäste eingesetzt werden: Die Karte erhält der Gast vom Gastgeber und diese ist kostenfrei für den Gast. Der Gast kann dann während seines Urlaubs viele angebotene Leistungen pro Tag kostenlos nutzen. Zum Beispiel ein kostenfreier Besuch und die Nutzung von: Ausflugs- und Linienschiffen, Museen und Kultureinrichtungen, Thermen und Freizeitbädern, Führungen in Städten und Natur, Naturerlebnissen und Freizeitangeboten, Aktiv- und Sportangeboten sowie Bussen und Bahnen. Der Gastgeber leitet den Betrag pro Gast pro Übernachtung weiter in den Umlagetopf. Aus der Umlage würden die Leistungspartner aus Freizeit, Kultur und Verkehr nach sogenannten Nutzungseinheiten bezahlt – und dies zu einem deutlich vergünstigten Tarif.

 

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