Winterwunderwatt, © Sylt Marketing | Holger Widera© Sylt Marketing | Holger Widera

Winterwunderwatt

Im Winter ins Watt? Klar! Denn das watend begehbare Meer ist auch in der frostigen Jahreszeit so lebendig, dass man dafür gerne kalte Füße und rote Wangen riskiert.

Es ist knackig-kalt an diesem Wintermorgen auf Sylt. Das Gras auf den Dünen strahlt golden unter der Morgensonne und wippt im Wind. Wattführerin Melanie hat ihre Gruppe vor dem Erlebniszentrum Naturgewalten in List um sich herum versammelt. Rund 20 Teilnehmer, allesamt warm eingepackt, freuen sich auf den Besuch im UNESCO Weltnaturerbe. „Wattwanderungen im Winter haben ihren ganz besonderen Reiz, die Gruppen sind kleiner und die Natur und ihre Geräusche lassen sich ganz ungestört genießen“, erklärt sie und marschiert, den Schal bis unter die Nase gezogen und mit Eimer und Forke ausgestattet, vorneweg in Richtung Sandwatt.

Durch eine kleine Lagune geht es zur Steinbuhne. Ein Schwarm Vögel rauscht flatternd vorüber wie weißes Konfetti im Winterhimmel. Das Wattenmeer gehört zu den artenreichsten und produktivsten Lebensräumen auf der Welt, man muss nur genau hinschauen: In einer Pfütze versucht sich eine Herzmuschel einzugraben, direkt neben ihr liegt das Gehäuse von der Wattschnecke. Dann der Klassiker: Melanie gräbt einen Wattwurm aus und zeigt gleich anschließend eine Strandkrabbe herum. „Am besten mit dem Mittelfinger und dem Daumen außen anfassen – dann kann sie nicht zwicken“, rät sie und setzt das Tier gleich danach wieder aus.

Nach zwei Stunden ist die Zeit im Winterwunderland Watt um. Ganz leise kommt die Nordsee zurück, sachte schwappt das Wasser auf das Watt an der Kante. Über Sylt spannt sich ein strahlend blauer Himmel und das Watt liegt wie ein weiter, leerer Raum unter der Wintersonne.

Termine für winterliche Wattführungen finden Sie hier.