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Happy Birthday Nordseeküsten-Radweg: eine Woche voller Highlights

02.08.2021 - Claudia Sittner

Bloggerin Claudia Sittner, © Claudia Sittner, Weltreize.com

Wusstet ihr, dass der Nordseeküsten-Radweg mit 6.200 km der längste Radweg der Welt ist? Und dass er durch acht Länder verläuft? Ich auch nicht, bis ich diesen Sommer die Chance hatte, den schleswig-holsteinischen Teil des Nordseeküsten-Radwegs zu seinem 20. Geburtstag eine Woche lang richtig gut kennenzulernen. Euch nehme ich auf sieben Etappen und eine Woche voller Highlights mit! Anhand meines Tourenberichts könnt ihr die einwöchige Radtour ganz einfach nachreisen.

Der Nordseeküsten-Radweg

Auch bekannt als „North Sea Cycle Route“ ist der Nordseeküsten-Radweg (NKR) ein gesamteuropäisches Projekt. Er verläuft durch acht Länder: Norwegen, Schweden; Dänemark, Deutschland, die Niederlande, Belgien, England und Schottland. An drei dieser Länder liegt das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer: Dänemark, Deutschland und die Niederlande. Es wurde für seine besondere Bedeutung für die Biodiversität ausgezeichnet. Auf unserer Tour auf dem NKR haben wir also fast ständig ein UNESCO-Weltnaturerbe an unserer Seite.

Der Nordseeküsten-Radweg in Schleswig-Holstein

In Deutschland verläuft der NKR durch Niedersachen (von Emden bis Cuxhaven, Hamburg) und Schleswig-Holstein. In Schleswig-Holstein findet ihr 369 km vom NKR, ihr könnt eure Tour sogar von Hamburg starten und dann bis Brunsbüttel an der Elbe langradeln, bis ihr dort schließlich auf die Nordsee trefft.

Unsere Radtour führte uns jedoch zunächst mit der Bahn von Hamburg-Altona bis Klanxbüll. Die Radtaschen hatten wir schon gepackt dabei. Am Bahnhof Klanxbüll warteten dann die E-Bikes, Modell Deichflitzer, von Radtouren Nordfriesland auf uns. Natürlich hätten wir die Tour auch so geschafft, aber bei zum Teil heftigem (Gegen-)Wind waren wir auf der Tour sehr froh, uns für E-Bikes entschieden zu haben. Ein anderer sehr geliebter Wegbegleiter war für uns das bikeline Radtourenbuch „Nordseeküsten-Radweg 3: Schleswig-Holstein – von Hamburg zur dänischen Grenze“. Im bikeline findet ihr genaue Streckenbeschreibungen inklusive Tipps für Sehenswürdigkeiten, Cafés und Restaurants am Wegesrand.

Informationen zum Nordseeküsten-Radweg findet ihr hier!

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Grafik NKR Karte, © Nordsee-Tourismus-Service-GmbHGalerie öffnen© Nordsee-Tourismus-Service-GmbH

Tag 1: Von Klanxbüll über Dänemark nach Schlüttsiel

Mittags kommen wir von Hamburg-Altona in Klanxbüll an. Damit haben wir für die heutige Tagesetappe also noch einen halben Tag. Wir, das sind Alexia und Claudia vom Reiseblog Weltreize.com, die euch ab heute eine Woche lang mit auf den NKR nehmen. Tipp: Klanxbüll ist übrigens die letzte Bahnstation vor der Insel Sylt. Ihr könnt die Tour auf dem Nordseeküsten-Radweg also gut mit einem Erholungsurlaub auf der hippen Insel verbinden.

Von Klanxbüll folgen wir dem Zubringer zum Nordseeküsten-Radweg bis Rosenkranz an der dänischen Grenze. Wo wir schon mal da sind, lassen wir es uns nicht nehmen, kurz über die Grenze nach Dänemark zu radeln. Auslandsaufenthalt: Check.

Zurück in Rosenkranz fahren wir ab jetzt direkt auf dem NKR. Der führt uns an Straßen entlang oder über malerische Feld- und Wiesenwege, vorbei am Emil-Nolde-Museum, für das wir heute leider keine Zeit haben. Der Blick über die weiten Landschaften, die Ruhe und die salzige Nordsee-Landluft versetzen uns sofort in Urlaubsstimmung. Vor Gotteskoog gibt es eine Infohütte und die Möglichkeit, Tiere – vor allem Vögel - zu beobachten.

Im Frühjahr und Herbst rasten hier Zugvögel, was ein besonderes Schauspiel, bekannt als „Tanz der Stare“, ist.

In Niebüll radeln wir durch die niedliche Fußgängerzone und machen einen kleinen Currywurst-Stopp. Dort gibt es auch ein paar interessante Museen: das Friesische Museum, das Naturkundemuseum sowie das Richard-Haizmann-Museum für moderne Kunst. Von Niebüll führt der NKR zur Nordseeküste, wo wir in Dagebüll den ersten Leuchtturm sehen. Im Leuchtturm könnt ihr sogar übernachten! Von Dagebüll verkehren übrigens Fähren nach Amrum und Föhr!

Das finale Stück unserer heutigen Etappe führt uns nun am Deich mit Blick auf die Nordsee entlang. Gegen 19 Uhr erreichen wir unsere exponiert gelegene Unterkunft in Schlüttsiel. Hier befindet sich das Infozentrum Watt’n Blick. Die Fähren zu den Halligen fahren in Schüttsiel ab. Den Abend lassen wir im Restaurant Siel 59 bei Kaminfeuer und tollem Blick auf die Nordsee ausklingen.

 

Unterkunft: Siel 59

Restauranttipp: Restaurant Siel 59

Geradelte KM: 54

Reine Fahrzeit: 3:06

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Tag 2: Von Schlüttsiel über die Hamburger Hallig nach Husum

Der Tag begrüßt uns mit einem herrlich weiten Blick hinaus auf die Nordsee bzw. aufs Watt. Inzwischen sind wir schon eingegroovt mit unseren Deichflitzer-E-Bikes. Sie machen die Tour zu einer entspannten Angelegenheit, bei der wir uns voll darauf konzentrieren können, die Landschaft Nordfrieslands zu genießen. Ab Schlüttsiel radeln wir immer am Deich entlang. Schafgatter öffnen wird unser neues Hobby. Wir haben die ersten tierischen Begegnungen mit Schafen und Lämmern. In der Distanz scheinen Windräder auf.

Vorbei an Ockholm und am Amsinck-Haus (Ausstellung zu Geschichte, Natur und Kultur dieser Gegend) machen wir einen Abstecher (insgesamt ca. 9 km) zur Hamburger Hallig – nicht nur für Hamburger:innen lohnenswert.

Der Weg führt durch die für diese Gegend so typischen Salzwiesen, die ihr auch über einen Naturpfad entdecken könnt. In der Gastwirtschaft „Hallig Krog“ auf der Hamburger Hallig probieren wir ein typisches nordfriesisches Getränk: einen Pharisäer. Das ist Kaffee mit Rum und Sahne.

Zurück von der Hamburger Hallig macht der Nordseeküsten-Radweg ab hier einen großen Bogen über die Halbinsel Nordstrand, was sicher ein Highlight ist. Der Abstecher nach Nordstrand „kostet“ euch ca. 20 km extra.

Wir hingegen kürzen heute ab und nehmen die Route durchs nordfriesische Binnenland. Vorbei an Weiden mit Pferden und Kühen und Feldern, auf denen das Getreide hochsteht. Unser Etappenziel Husum erreichen wir gegen 16 Uhr, sodass wir am Nachmittag noch etwas Zeit haben, die pittoreske Hafenstadt anzuschauen und im ältesten Lokal vor Ort - Dragseth’s Gasthof - den Pannfisch zu testen – auch so etwas ganz Norddeutsches.

 

Unterkunft: Hotel am Schlosspark

Restauranttipp: Dragseth’s Gasthof

Geradelte KM: 45

Reine Fahrzeit: 2:33

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Tag 3: Von Husum über Westerhever nach St. Peter-Ording

Diese Etappe war unser Highlight auf dem Nordseeküsten-Radweg in Schleswig-Holstein – ein perfekter Sommertag, der schon mit einem richtig guten Frühstück im Hotel am Schlosspark, in dem wir uns ohnehin sehr wohl gefühlt haben, in Husum anfängt. Vormittags nehmen wir uns noch ein bisschen Zeit in Husum, viel zu wenig, bedenkt man, was es dort alles zu tun und sehen gibt: Museen (Nordfriesland, Ostenfelder Bauernhaus, Schifffahrt, Theodor Storm, Poppenspäler, Weihnachtshaus), St.-Marien-Kirche, den Hafen, das Schloss mit Schlossgarten und Wasserturm, Wattwanderungen, Nationalpark-Haus am Hafen!

Nach Husum ist unser erster Stopp der Rote(r) Haubarg, ein typisches Bauernhaus der Halbinsel Eiderstedt, auf der wir uns jetzt befinden. Dort findet ihr ein Museum und ein Café/Restaurant mit herrlicher Gartenterrasse. Unbedingt einen Pausenstopp einlegen.

Bei Uelvesbüll verlassen wir die Hauptroute des NKR, weil wir heute den Abstecher über Westerhever mit seinem ikonischen Leuchtturm machen wollen (ca. 5 km mehr). Der Weg ab hier ist besonders einfach: immer am Deich/am Meer lang, das rechts von uns liegt.

Wir sehen kaum Menschen, dafür umso mehr Schafe. Vor dem Abzweig zum Leuchtturm Westerheversand befindet sich das Info-Hus mit einem kleinen Shop, Toiletten und Parkplatz.

Die knapp 2 km von dort bis zum Leuchtturm radeln wir gemütlich und legen diverse Fotostopps ein – der Leuchtturm ist ein tolles Motiv, das ihr sicher schon mal gesehen habt! Wenn ihr zu Fuß unterwegs seid, könnt ihr hier auch den Naturpfad Salzwiese gehen, der euch diese einzigartige Landschaft näherbringt.

Eine gute Stunde später radeln wir am Ortsschild von St. Peter-Ording  vorbei, werfen einen Blick über den Deich auf den scheinbar unendlich weiten Strand mit seinen Pfahlbauten und setzen uns auf ein Getränk im Di:ike.

Um 18:40 Uhr erreichen wir unser Hotel-Highlight der Tour: das StrandGut Resort im Ortsteil Bad direkt am Deich. Nicht nur einmalig gut gelegen, sondern auch modern und zugleich wohnlich eingerichtet. Ein bisschen Meerblick haben wir auch. Zum Abendessen geht’s in mein Lieblingsrestaurant auf der Halbinsel Eiderstedt: Die Insel, ebenfalls in St. Peter-Bad. Zurück am Deich sehen wir gerade noch die Sonne über der Nordsee untergehen. Perfekter Tagesabschluss.

 

Unterkunft: StrandGut Resort, St. Peter-Ording

Restauranttipp: Di:ike, Die Insel, beide St. Peter-Ording

Geradelte KM: 61

Reine Fahrzeit: 3:20

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Tag 4: Von St. Peter-Ording über das Eidersperrwerk nach Büsum

Auf der vierten Etappe bewegen wir uns weiterhin auf der Halbinsel Eiderstedt. Nach einem überragenden Frühstück im StrandGut schwingen wir uns auf die Räder, vorbei an dem kleinen Böhler Leuchtturm, liegen rechts von euch weitere schöne Strände, für die St. Peter-Ording so beliebt ist. Wobei St. Peter-Ording viel mehr als „nur“ Strände zu bieten hat: Bernsteinmuseum, Museum Landschaft Eiderstedt, Westküstenpark & Robbarium, Pfahlbauten, Seebrücke, Nationalpark-Haus, Dünen-Therme.

Immer am Deich entlang passieren wir das Naturzentrum Katinger Watt und den Naturbeobachtungsturm, der weit in die sonst so flache Landschaft hineinragt. Mit dem Überqueren des Eidersperrwerks fahren wir in Dithmarschen ein, das sich früher als eine freie Bauernrepublik bezeichnete. Am Eidersperrwerk treffen wir auf ein paar Vogelkolonien, wo Lachmöwen sowie Flusssee- und Küstenschwalben gerade ihre Jungtiere großziehen und dabei ein ordentliches Geschrei machen. Das Eidersperrwerk ist ein beeindruckender Bau aus den 1970er-Jahren, der die Eider und das Binnenland schützen und vor Sturmfluten bewahren soll.

Am Aussichtspavillon am Eidersperrwerk machen wir Mittag und genießen Fischbrötchen mit Blick aufs Wasser. Meine Mutter schwört darauf, dass es hier das beste Aalbrötchen der Welt gibt!

Vom Eidersperrwerk aus könnt ihr einen Abstecher ins ca. 10 km entfernte Tönning machen, eine reizende kleine Hafenstadt mit hübschem Marktplatz und dem modernen Multimar-Wattforum, wo ihr alles über die Landschaft und Tierwelt am Wattenmeer lernen könnt.

Wir verzichten auf den Abstecher und fahren bis nach Büsum immer am Deich entlang, mal innen, mal außen, bis wir schließlich gegen 17 Uhr die kürzlich modernisierte Jugendherberge von Büsum erreichen, wo wir herzlich willkommen geheißen werden. Klassenfahrtfeeling pur.

Abends bleibt noch etwas Zeit, uns Büsum anzuschauen: den Hafen, wo die vielen Krabbenkutter liegen, den winzigen grün-weißen und den großen rot-weißen Leuchtturm, die Fußgängerzone mit vielen Geschäften und Café-Restaurants sowie die Familienlagune Perlebucht, wo wir uns später auch den Sonnenuntergang ansehen. Zum Radler-Abendessen gibt’s Salat in der Küstenperle - ganz in der Nähe der Lagune.

 

Unterkunft: Jugendherberge Büsum

Restauranttipp: Aussichtspavillon am Eidersperrwerk, Küstenperle Büsum

Geradelte KM: 52

Reine Fahrzeit: 3:16

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Leuchtturm Büsum, © Claudia Sittner, Weltreize.comGalerie öffnen© Claudia Sittner, Weltreize.com
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Tag 5: Von Büsum über Meldorf nach St. Michaelisdonn

Heute trennen sich die Wege von meiner Reisebegleitung Alexia und mir. Sie bleibt noch in Büsum, spaziert durch die Stadt, geht mit den Füßen ins Watt und macht eine Bootsfahrt zu den Seehundsbänken. Was ihr sonst noch in Büsum machen könnt? Diverse Schifffahrten, z.B. nach Helgoland oder zum Krabben fangen, die Kirche St. Clemens, das Erlebnismuseum Phänomania oder die Schutzstation Wattenmeer. Gegen Nachmittag nimmt Alexia dann den Zug von Büsum über Heide bis nach St. Michaelisdonn. Den Deichflitzer nimmt sie mit in die Bahn. Wenn es euch mal zu viel wird mit dem Radfahren, ist das immer eine gute Option!

Ich fahre hingegen wie geplant von Büsum mit dem Deichflitzer gemütlich am Deich entlang und mache schon bald meine erste Pause. Das DEICHHAUS im Speicherkoog Nordermeldorf ist ein sogenannter Nationalpark-Partner und lädt mit seinem großen Garten zu einer Pause direkt am Nordseeküsten-Radweg ein. Dafür muss ich wenig später das Lokal „Stulle und Pulle“, was idyllisch am Speicherkoog beim Meldorfer Hafen liegt und wo es sehr gute Fischbrötchen geben soll, im wahrsten Sinne des Wortes links liegen lassen.

Danach geht es lange landeinwärts, aber ein Landschaftswechsel ist nach so viel Deich auch mal schön.

In Meldorf wartet nicht nur der imposante Dom, sondern auch die Rosenblüte auf mich, überall an den zum Teil sehr alten Häusern und besonders im Rosengarten, der zwischen dem Schleswig-Holsteinischen Landesmuseum und dem Freilichtmuseum mit dem Dithmarscher Bauernhaus liegt.

Zum Eisessen kann ich das Eiscafé Böthern empfehlen. Ansonsten eignet sich Meldorf wunderbar dazu, durch die schmalen Gassen der Altstadt rund um den Dom zu flanieren. Auf dem alten Marktplatz befinden sich in historischer Kulisse viele Cafés und Restaurants.

Durchs Binnenland und über die Dörfer geht es für mich weiter: über Wald- und Wiesenfahrradschnellwege, könnte man sagen. Eine gute Stunde später erreiche ich das heutige Etappenziel: St. Michaelisdonn. Hinter einer roten Backsteinfassade versteckt sich das stylische Hotel „Der kleine Hans“, das zum Ringhotel Landhaus Gardels gehört. Alexia trudelt etwa eine Stunde nach mir ein. Uns gefällt das Restaurant Gustav’s Restaurant & Gaststube im Innenhof so gut, dass wir hier auch gleich zu Abend essen. Den Gardel’s Burger kann ich sehr empfehlen.

 

Unterkunft: Der kleine Hans, St. Michaelisdonn

Restauranttipp: Deichhaus, Speicherkoog Nordermeldorf; Eiscafé Böthern, Meldorf; Gustav’s Restaurant & Gaststube, St. Michaelisdonn

Geradelte KM: 41

Reine Fahrzeit: 2:07

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Tag 6: Von St. Michaelisdonn über Friedrichskoog nach Brunsbüttel

Für unseren vorletzten Tag auf dem Nordseeküsten-Radweg haben wir einen großen Schlenker eingeplant: nach Friedrichskoog. Vom Inland fahren wir durch Marne etwas zickzack bis nach Friedrichskoog zurück an die Nordsee.

Diese Alternativroute ist im bikeline nicht verzeichnet, weshalb wir uns mit Google Maps durchschlagen. In Friedrichskoog-Spitze, wo es einige Badestrände gibt, essen wir Eis bei Meyer’s Eisbutze (ich kann die Sorte „Athen“ empfehlen) und werfen einen Blick über den Deich. Ebbe. Im Ort bestaunen wir die Hochzeitsmühle „Vergissmeinnicht“ und besuchen die Seehundstation, wo gerade einige kleine Heuler „zu Gast“ sind.

Zwischen Deich und Binnenland setzen wir unseren Radtag fort und machen in Neufeld eine Pommespause. Schließlich erreichen wir unser letztes Etappenziel auf dem Nordseeküsten-Radweg von Schleswig-Holstein: Brunsbüttel. Dort beobachten wir am Abend noch die Aktivitäten in den Schleusen, wo große Pötte und kleine Schiffe geduldig darauf warten, bis der Wasserpegel für die Elbe oder den Nord-Ostsee-Kanal angepasst wird und sie ihre Fahrt fortsetzen können.

 

Unterkunft: Schleusenhotel, Brunsbüttel

Restauranttipp: Meyer’s Eisbutze, Friedrichskoog-Spitze; Alice Heimathafen, Neufeld

Geradelte KM: 67

Reine Fahrzeit: 3:46

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Tag 7: von Brunsbüttel nach Cuxhaven

Der NKR würde heute eigentlich weiter an der Elbe Richtung Glückstadt und Hamburg führen. Wir aber haben andere Pläne: Zum 20. Geburtstag des Nordseeküsten-Radwegs haben sich nämlich noch Zwei mit dem Rad auf den Weg gemacht: Adrian und Christoph vom Podcast Welttournee sind zeitgleich das niedersächsische Stück des NKR geradelt, von Emden bis nach Cuxhaven. Um die beiden zu treffen, nehmen wir von Brunsbüttel morgens um 9:30 Uhr die Fähre. Die Fahrt dauert eine Stunde. Auf der Elbe ist es ruhig, auf der Fähre von elbferry gibt es im Außenbereich sogar Strandkörbe. Leider kriegen wir keinen mehr ab.

Am Fähranleger in Cuxhaven warten die beiden Jungs von Welttournee schon auf uns. Auch sie hatten eine gute Zeit auf dem Nordseeküsten-Radweg. Ihre Highlights dazu verraten sie euch in einer Podcastfolge.

Wir nutzen heute noch den Tag, um Cuxhaven zu erkunden, wo ich als Kind ein paarmal die Sommerferien verbracht habe.

Ganz in der Nähe des Fähranlegers ist übrigens das Windstärke 10 - Wrack- und Fischereimuseum Cuxhaven. Vorbei am Leuchtturm und der Aussichtsplattform „Alte Liebe“ machen wir einen Abstecher zur Kugelbake, wo man wunderbar Schiffe gucken kann. Durch Cuxhaven-Döse und -Duhnen, wo der meiste Tourist:innentrubel ist, radeln wir bei kräftigem Gegenwind bis nach Sahlenburg, wo auch das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer Museum ist. Unser Weg führt uns allerdings ins Restaurant Kliff, wo wir uns mit einem sehr guten Mittagessen mit tollem Blick auf die Nordsee stärken. Am Nachmittag lassen wir die Tour mit einer kleinen Strandkorb-Session und einer Mini-Wattwanderung ausklingen.

Schließlich radeln wir zum Bahnhof Cuxhaven, wo wir uns leider wieder von den E-Bikes trennen müssen. Mit Metronom und Niedersachsen-Ticket geht es für uns gegen 17 Uhr zurück nach Hamburg. Die Fahrt dauert ca. zwei Stunden. So schnell kann eine Woche voller Radtage vergehen!

 

Restauranttipp: Kliff, Cuxhaven

Geradelte KM: 24

Reine Fahrzeit: 1:23

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Tag 7 Strandkorb, © Claudia Sittner, Weltreize.comGalerie öffnen© Claudia Sittner, Weltreize.com

Wie ist der Nordseeküsten-Radweg beschaffen?

Tatsächlich fahrt ihr auf dem NKR zum überwiegenden Teil auf glatten, asphaltierten Wegen, meist direkt am Deich, entweder auf der Land- oder der Seeseite. Nur ganz selten geht es über unasphaltierte Feldwege oder Schotterpisten, sodass man diese Wegebeschaffenheit auf der Strecke in Schleswig-Holstein getrost vernachlässigen kann.

Für wen eignet sich der Nordseeküsten-Radweg?

Der Weg eignet sich sowohl für Erwachsene jeden Alters als auch für Kinder. So flach und platt wie Norddeutschland insgesamt ist, ist auch der NKR. Die einzigen Steigungen gibt es beim Deichüberqueren. Etwas tricky ist die Überwindung zahlreicher Schafgatter, aber auch das kriegt ihr sicher schnell raus. Einziger Gegenspieler: der Gegenwind. Wer nicht gerne gegen den Wind radelt, kann sich – wie wir – mit einem E-Bike behelfen. Das macht die Tour auf dem Nordseeküsten-Radweg dann zu einer durchweg entspannten Angelegenheit. Noch ein Hinweis: Da die Tour im bikeline-Radreiseführer von Süden nach Norden – also in umgekehrter Richtung – beschrieben ist, ist sie so herum vermutlich mehr mit dem Wind zu fahren.

Unser Fazit zur Woche auf dem Nordseeküsten-Radweg

Uns hat die einwöchige Fahrradtour mit den E-Bikes auf dem längsten Radweg der Welt super gefallen. Über weite Strecken sind wir einfach nur am Deich entlang geradelt, sodass wir wunderbar abschalten und die idyllische Landschaft auf uns wirken lassen konnten. Für mich, die ich seit meiner Kindheit für Urlaube nach Nordfriesland fahre, war es eine spannende neue Perspektive, die vielen Orte mit dem Fahrrad zu erkunden: Husum, Büsum, St. Peter-Ording, das Eidersperrwerk – wie liebe alte Bekannte konnte ich sie auf der Strecke begrüßen. Und sogar ein kleiner Abstecher nach Dänemark war drin. Wir waren Mitte Juni, also noch knapp vor den Sommerferien und der Hauptsaison unterwegs, was wir als Reisezeit sehr empfehlen können. Die Wege waren gut zu befahren und niemals überfüllt, sodass wir einen herrlichen Aktivurlaub mit vielen Ideen für weitere Aktivitäten in Schleswig-Holstein erlebt haben.

Ein romantischer Strandspaziergang bei Sonnenuntergang am Strand von St. Peter-Ording, © Oliver Franke

Nordsee Unterkünfte


© Oliver Franke
Genießen Sie eine Fahrradtour entlang der Nordseeküste mit Blick auf das Wattenmeer und die Halligen., © Oliver Franke© Oliver FrankeNordseeküstenradweg

20 Jahre Nordseeküstenradweg

Der Nordseeküsten-Radweg (North Sea Cycle Route)- der weltweit längste, ausgeschilderte Radweg - führt über 6.000 km immer entlang der Nordsee und feiert dieses Jahr seinen 20. Geburtstag

Fahrrad am Strand, © Oliver Franke© Oliver FrankeRadreise-Angebote

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Bloggerin Claudia Sittner, © Claudia Sittner, Weltreize.com Claudia Sittner

Claudia Sittner ist ein Jahr lang um die Welt gereist und schreibt seitdem über das Reisen auf ihrem Blog Weltreize!

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