© Alexander Seidlich

Sie sind Symbolbild der Küste und Sehnsuchtsorte, sie sind für die Sicherheit der Seeleute da

Unsere Leuchttürme an der Nordsee

Sie sind Orientierung - tagsüber der Turm, nachts das Licht. Romantisch ist es auch. Sind es tagsüber die markanten Silhouetten der Türme, die von Weitem schon zu erkennen sind, so ist es nachts das Führlicht der Leuchttürme. Jeder Leuchtturm hat eine andere Kennung, also eine individuelle Abfolge der Lichtblitze, einen eigenen Rhythmus, um sie auseinander halten zu können. 
Übrigens haben sie auch deshalb einen individuellen Anstrich. Und sind klassisch leuchtturmmäßig rot-weiß-gestreift, manche sind schlicht und viereckig aus Backstein gemauert, haben ein Reetdach. Nicht alle stehen markant und sich vierzig Meter hoch himmelwärts reckend auf Dünen über dem Meer. Der von Hallig Oland duckt sich mit seinen knapp acht Meter Höhe zwischen die wenigen Häuser des kleinen Eilandes im Wattenmeer von Nordfriesland, er ist fast versteckt.

 

© GTM 2019

Der Leuchtturm von Westerheversand zum Beispiel sendet im Rhythmus von fünfzehn Sekunden, das Licht ist von kurzen Dunkelphasen unterbrochen – eine Sekunde dunkel und zwei hell, eine Sekunde dunkel und zwei hell, dann eine Sekunde dunkel und acht Sekunden hell. Der Leuchtturm Westerheversand ist das markanteste Gebäude der Halbinsel Eiderstedt und wohl eines der berühmtesten an der Küste - mit ihm wurde für Bier geworben und für einen Kinofilm, er ziert eine Briefmarke und existiert als Modell / Funktionsbausatz.

Leuchttürme sehen nicht nur unterschiedlich aus und senden Licht im individuellen Rhythmus, jeder hat auch seinen eigenen Charakter: Hier einer mit Atombunker (Helgoland), dort einer als heutiges, kleines, feines, romantisches Hotel (Dagebüll), auf Hallig Oland einer mit Reetdach (der kleinste Deutschlands) und auf Amrum einer ganz oben auf der Düne (mit fast 42 Meter Höhe der höchste Leuchtturm an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein). Der Leuchtturm List West ist Deutschlands nördlichstes Gebäude. Der Leuchtturm List Ost galt bis 2003 wegen der Erosion seines Standortes durch die Kraft des Meeres als absturzgefährdet (das kam wieder in Ordnung). 

© Kur- und Tourismusservice Pellworm

Symbol, Sicherheit, Sehnsuchtsort. Ein vielleicht mühevoller Aufstieg, dort, wo es möglich ist (nicht überall), wird mit einem phantastischen Blick über das UNESCO-Weltnaturerbe Wattenmeer belohnt. Leuchttürme gehören zum Bild der Nordseeküste Schleswig-Holsteins wie kaum ein anderes. Trotz aller modernen Navigationshilfen sind sie in Betrieb und garantieren der Schifffahrt die sichere Navigation. Zwar vom Computer ferngesteuert, doch romantisch ist das noch immer. Leuchttürme waren, sind und bleiben auch Orte der Sehnsucht. Für Seeleute die des Heimathafens, für Urlauber die eines Lieblingsortes. Leuchttürme bedeuten auch: Ankommen. 

Sonne, Sand und Wind haben an der Farbe genagt – zwei der wohl berühmtesten Leuchttürme an der Nordseeküste von Schleswig-Holstein sind derzeit verhüllt / bzw. werden es bald sein: der auf Amrum (voraussichtlich bis Ende August 2023) und der auf Westerheversand vor Eiderstedt (voraussichtlich bis Ende September 2023). Um den Türmen einen neuen Anstrich zu verpassen und sie in einem neuen Glanz erstrahlen zu lassen, sind bzw. werden sie derzeit eingerüstet; Fotofreunde werden auf das Motiv warten müssen, ebenso wie Besucher, die den Turm besichtigen bzw. hinauf wollen. Über die (Wieder)-Eröffnung kann man sich unter anderem bei den örtlichen Tourismus-Organisationen auf Amrum oder von Westerhever informieren.

© Lynn Scotti

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