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Aus der Praxis für die Praxis

Klare Kante Sylt

Klare Kante Sylt ist eine Initiative, die sich beispielhaft durch praktische Maßnahmen dem nachhaltigen Abfallmanagement auf einer Insel widmet und das Ziel verfolgt, gemeinsam mit Gästen und den Menschen, die vor Ort leben, Sylt sauber, schön und lebenswert zu erhalten.

Müll vermeiden, aus der Natur entfernen und richtig entsorgen!

Klare Kante Sylt, ein Zusammenschluss aus drei Institutionen der Insel, dem Landschaftszweckverband Sylt, Bye Bye Plastik und der Sylt Marketing GmbH, sensibilisiert sowohl Betriebe und Gäste als auch die Insulanerinnen und Insulaner selbst zum Thema Abfall. Ziel ist es, Sylt und seine besondere Natur sauber zu halten, also im ersten Schritt den Abfall, da wo es geht, zu vermeiden, wo er sichtbar ist, ihn aufzusammeln und letztlich richtig zu entsorgen. Klare Kante Sylt stellt sich den Herausforderungen durch eine Vielzahl praktischer Maßnahmen.

Die Fluppenfänger

Zigarettenkippen sind schnell und unbedacht weggeworfen, stellen aber in der Natur und am Strand ein großes Problem dar. Etwa 10 bis 15 Jahre dauert es, bis sie zersetzt sind. Die Fluppenfänger sind ein plakatives Beispiel für Sensibilisierung, sie sind an zahlreichen Stellen der Insel angebracht. Mit den Zigaretten-Abstimmungsautomaten gelingt es gleichzeitig spielerische Elemente einzubringen. Das macht Spaß und garantiert eine positive Kommunikation, ohne erhobenen Zeigefinger. Auch Taschenaschenbecher mit ansprechenden Motiven für unterwegs und für den Strand werden in Sylts Tabakläden und Kiosken angeboten.

Das Insel-Müll-Phänomen

Sylt ist eine Insel ohne viel produzierendes Gewerbe. Alles, was hier an Abfall entsteht, wurde zuvor auf die Insel gebracht und muss mühevoll wieder entsorgt werden. Hier ist ein wichtiger Hebel, denn wenn es uns gelänge von vornherein weniger Verpackungen auf die Insel zu bringen, dann könnten Ressourcen eingespart werden und es müsste auch weniger entsorgt werden. Auch hierzu sensibilisieren wir bspw. mit Filmabenden mit Diskussionsrunden für Gäste und Einheimische.

Gleichzeitig wissen wir, dass die Menschen auf Sylt und auch unsere Gäste, im Vergleich zu Großstädterinnen und Großstädtern entspannter und empfangsbereiter sind. Somit können wir zum Beispiel das Thema Abfall bespielen und Aktionen dazu durchführen. Auf Sylt gibt es sehr gute Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit Remondis, dem Abfallentsorgungsunternehmen. Das Thema Abfall wird gemeinsam in Familien- und Ferienangeboten, z. B. bei Besichtigungen und thematischen Führungen auf dem Abfall-Betriebshof angegangen.

Recup-Erfahrungen auf Sylt

Sylt bietet schon seit Jahren einen Recup-Becher an, das heißt der Coffee-to-go wird von Bäckereien in Pfandbechern angeboten. Leider zeigten die Erfahrungen, dass die Pfandbecher oft nicht mehr zurückgebracht und einfach weggeworfen wurden. Das ist sehr schade, denn so kann das Mehrwegsystem nicht funktionieren und Ressourcen gehen verloren. Damit die Becher wieder in den Mehrweg-Kreislauf gelangen, hat Klare Kante Sylt gemeinsam mit einem ortsansässigen Unternehmen die Recup-Stelen entwickelt, die an zentralen Orten auf der Insel angebracht sind und zusätzlich zu den Rückgabestellen die Mehrfachnutzung des Pfandbechers fördern.

Kooperation mit den Leistungsträgern

Viele unserer Sylter Gastgeberinnen und Gastgeber aber auch Betriebe achten zunehmend auf eine nachhaltige Ausrichtung ihrer Unternehmen und nutzen dazu u. a. auch entsprechende Gütesiegel. Besonders wichtig ist eine gute Zusammenarbeit, sowohl auf kommunaler Ebene als auch mit Vereinen, Verbänden oder privaten Initiativen, damit das Thema auf mehreren Schultern verteilt werden kann. Wenn die Mission nachhaltiges Abfallmanagement in alle einzelnen Netzwerke getragen wird, entsteht eine Dynamik und guter Austausch mit den Betrieben und seinen Gästen aber auch mit den auf Sylt lebenden Menschen. Damit erreichen wir eine große Sichtbarkeit und haben Aussicht auf Erfolg.

Die nächsten Schritte von Klare Kante Sylt

Perspektivisch sollen die Einzelinitiativen stärker gebündelt werden. Dazu laufen Gespräche mit verschiedenen Initiativen u. a. aus dem Hospitality-Bereich, die sich für ökologische und soziale Projekte stark machen. Die Initiativen sollen 2024 unter einer Dachmarke „Lebenswert Sylt“ gemeinsam wirken. Auf einer Metaebene berücksichtigt das Konzept Lebenswert Sylt alle Dimensionen der Nachhaltigkeit und orientiert sich überdies auch an den Nachhaltigen Entwicklungszielen (SDG). Um ins Handeln zu kommen, soll das Konzept auf die operative Ebene heruntergebrochen werden. So, dass ein Bäcker oder eine Gastronomin auf Sylt genau wissen was zu tun ist und wertvolle Impulse setzen können.

Und auch hier ist der Austausch und die Vernetzung von essenzieller Bedeutung. Wir wollen miteinander voneinander lernen, mit dem Ziel, Sylt so ressourcenschonend wie möglich zu entwickeln und Abfall so gut wie möglich zu vermeiden, zu reduzieren und zu entsorgen.

Herr Lufts Tipp an die Branche:

Vorreiterunternehmen, die sich beispielgebend mit Nachhaltigkeitsthemen z. B. dem Thema Abfallmanagement auseinandersetzen, sollten stark ins Spotlight gestellt werden. Mit einer guten Kommunikation und dieser Strahlkraft wird es gelingen andere Unternehmen zu motivieren und mitzunehmen.

Kontakt: Moritz Luft m.luft@sylt.de

Hier das Interview ansehen

 

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