© M. Brenker

Ein Wochenende an der Nordseeküste

Raus und die Gegend erkunden

Ende Oktober stand das lange Wochenende an und ich wollte die Zeit nutzen und meinem Freund, der zu Besuch war, die Region etwas näherbringen. Dafür habe ich mir im Vorhinein einige Gedanken gemacht, welche Orte ich ihm gerne zeigen möchte und bin dann auf eine kleine Auswahl an Inseln und Orten auf dem Festland gekommen. Er hatte sich explizit St. Peter-Ording mit seinem weiten Strand gewünscht, das konnte ich ihm natürlich nicht abschlagen.

11.11.2022 - Madita Brenker

Blick über Teich im Ostroher Moor.
© M. Brenker

Samstag, 29.10 - mittags

Ostroher Moor

Dann ging es Samstagvormittag auch schon los: Ein Spaziergang von Heide aus ins Ostroher Moor. Eigentlich wollten wir mit den Fahrrädern hinfahren und dann vor Ort spazieren gehen, haben uns dann aber doch dazu entschlossen, die gesamte Tour zu gehen. Nach rund 60 Minuten kamen wir im Moor an und auch die Sonne begann zu scheinen, wodurch der Nebel und die Kälte schnell vertrieben wurden. Dort wählten wir den Rundgang durch das Moor mit Start in Ostrohe und wanderten entlang der verschiedenen Tümpel und kleinen Seen. Dabei kamen wir auch an meinem Lieblingsbaum vorbei, der einen wunderbaren Fotospot bietet; auf beiden Seiten sind kleine Anglerseen und auf den Fotos sind auch stets Äste samt verfärbter Blätter zu erkennen. Die Runde führte uns zum Ende hin an neugierigen Kühen vorbei, allerdings wollten diese sich nicht streicheln lassen und beobachteten uns lieber, wie wir im Sonnenschein vorbeiwanderten. Da wir lieber wieder durch das kleine Wäldchen zwischen Heide und Ostrohe spazieren wollten anstatt entlang der Straße zwischen Süderholm (das ebenfalls an das Moor angrenzt) und Heide, waren wir insgesamt rund 4 Stunden unterwegs und dementsprechend geschafft, als wir wieder in Heide eintrafen.

Moin Schriftzug Büsumer Lichterwoche.
© M. Brenker
Lichterwoche in Büsum am Rathaus.
© J. Welling
Büsumer Leuchtturm erscheint in hellen Farben.
© M. Brenker
Schriftzug Büsum leuchtet in verschiedenen Farben.
© M. Brenker
Bäume werden rosa angestrahlt auf der Büsumer Lichterwoche.
© M. Brenker
Halloween Figuren in Form von Geistern und Kürbissen am Wegesrand.
© M. Brenker
Der Kurpark in Büsum erstrahlt in bunten Farben während der Lichterwochen.
© J. Welling

Samstag, 29.10 - abends

Büsumer Lichterwochen

Doch nur 2 Stunden später setzten wir uns in den Zug auf dem Weg nach Büsum, um uns das diesjährige Lichterfest anzuschauen. Der Büsumer Bahnhof ist nicht weit von der Fußgängerzone entfernt und schon aus einiger Entfernung konnten wir eine große Menschenmasse in der Innenstadt sehen, die zum einen aus Zuschauern und zum anderen aus Teilnehmern des Fackelumzuges und des Laternen-Laufens bestanden. Dieser Umzug zog mit Musik und vielen Begeisterten durch Büsum hin zum Deich und zurück. Doch bevor wir ihn bewundern konnten, gingen wir zuerst zum Rathausplatz, da hier alle Pflanzen und die Bäume ringsherum bunt angestrahlt wurden. Neben dem Springbrunnen war eine kleine Schattenwand aufgebaut, auf der auch der Büsumer Leuchtturm zu sehen war und ein sehr beliebtes Fotomotiv war. Da wir aber noch mehr vom Lichterfest sehen wollten, wanderten wir in Richtung Museumshafen und neben dem ebenfalls bunt angeleuchteten Leuchtturm den Deich hoch. Auch hier waren sehr viele Menschen unterwegs; alle auf dem Weg in den Kurpark, wo die eigentliche Attraktion stattfinden sollte. Kaum waren wir da, wussten wir auch, warum: Alle Bäume waren vollständig angestrahlt und wechselten ständig ihre Farben. Außerdem waren einige Figuren – passend zu Halloween – aufgebaut worden und auch der Schriftzug „Büsum“ leuchtete bunt mit den anderen um die Wette. Schließlich wanderten wir zurück und da wir noch einiges an Zeit hatten, bevor unser Zug kommen sollte, setzten wir uns auf eine der Bänke am Rathaus und beobachteten die Leute hinter der Schattenwand und den Springbrunnen. Müde und ein bisschen durchgefroren fuhren wir schließlich zurück und bereiteten alles für den nächsten Tag vor.

Blick auf eien wunderschöne Waldlichtung in St. Peter-Ording.
© J. Welling
Die Weite der Dünen in St. Peter-Ording.
© M. Brenker
Dünenlandschaft mit Gräsern und Sand in St. Peter-Ording.
© J. Welling
Der rustikale Böhler Leuchtturm von vorne fotografiert.
© M. Brenker
Eine Kuh auf dem weg zum Strand der Nordsee.
© J. Welling
Kühe auf dem Weg zum Strand an der Nordseeküste.
© M. Brenker
Blick auf das Watt bei Sonnenuntergang in SPO.
© M. Brenker

Sonntag, 30.10.

St. Peter-Ording

Am Sonntag fuhren wir auf den Wunsch meines Freundes hin nach St. Peter-Ording – ebenfalls mit dem Zug. Dafür mussten wir zuerst nach Husum und von dort aus mit dem Schienenersatzverkehr weiter nach Bad St. Peter-Ording, da zu dem Zeitpunkt die Bahnstrecke repariert wurde. Somit kamen wir mittags an und nach einer kleinen Stärkung vom Bäcker sind wir dann von Bad St. Peter-Ording einem Pfad durch die Dünen gefolgt. Der Tag war angenehm warm und die Sonne schien, ohne dass eine Wolke am Himmel war. Deshalb war es auch nur halb so tragisch, dass auf dem Weg plötzlich ein großes Matschfeld erschien, das wir, aber auch alle anderen, wohl oder übel überwinden mussten. Zwar war über das Feld ein Steg gebaut worden, doch um den Steg erreichen zu können, mussten wir erst durch rutschigen Matsch waten und sobald wir auf der anderen Seite waren, nochmals dadurch. Da meine Schuhe leider einiges abbekommen haben – ich empfehle für den Weg Gummistiefel – bin ich den Rest des Weges durch die Dünen barfuß gelaufen, bis wir nach Bad St. Peter Süd kamen und dort auf dem Deich weitergelaufen sind. Nach einigen weiteren Kilometern kamen wir am Böhler Leuchtturm an, wo sich viele Gäste hingesetzt und gesonnt hatten. Eine kurze Pause für Fotos haben wir uns gegönnt, bevor es einen kleinen Pfad entlang zum Strand ging, der direkt am Leuchtturm begann. Dabei ging der Weg durch eine Weide mit vielen Kühen, die auch keine Scheu vor Menschen hatten und geradewegs auf uns zugekommen sind. Für ein Foto hat es gereicht, dann sind sie schon wieder weitergegangen und haben uns nicht weiter beachtet, sodass wir ungehindert an den Strand kamen. Dort breiteten wir schnell unsere Decke aus und ließen uns rücklings darauf fallen. Da es windstill war und die Sonne immer noch relativ stark schien, wurde es erst nach einiger Zeit ohne Jacke frischer, sodass wir schließlich einen kleinen Spaziergang am Wasser entlang gemacht haben, bevor wir uns auf den Rückweg zum Bahnhof St. Peter Süd gemacht haben. Auch hier dauerte aufgrund des Schienenersatzverkehrs die gesamte Tour zurück 2 Stunden, sodass wir abends um 19 Uhr wieder in Heide waren.

Ein Fahrrad steht auf einer Brücke in Friedrichstadt an der Nordsee.
© J. Welling
Blick auf den schönen Sand-Strand vom Bohlenweg aus.
© M. Brenker
Blick über die Dünen von dem Bohlenweg aus.
© J. Welling
Blick über die grünen Dünen und Sand-Strand in Wenningstedt.
© M. Brenker
Der rustikale Bohlenweg mit Blick auf Wenningstedt.
© J. Welling
Eine lange Holz-Treppe auf dem Bohlenweg.
© J. Welling
Wander-Weg durch die Dünen bei Kampen.
© J. Welling
Auf dem Bild ist ein kleiner Leuchtturm bei Kampen zu sehen.
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Strandaufgang von der Küste durch die Dünen in Wenningstedt.
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Blick auf die stürmische See am sylter Meer.
© J. Welling

Montag, 31.10.

Friedrichstadt & Sylt

Der nächste – und vorletzte Tag – unserer großen Reise entlang der Küste brachte uns dann schließlich ab auf die Insel Sylt. Doch bevor wir von Heide mit dem Zug direkt nach Westerland gefahren sind, haben wir noch einen kleinen Stopp in Friedrichstadt gemacht, da ich meinem Freund unbedingt das Holländer-Städtchen mit seinen Grachten und den niedlichen Häuschen zeigen wollte. Eine Stunde später saßen wir dann wirklich im Zug auf dem Weg nach Westerland. Sobald wir ankamen, sind wir sofort zu dem Ticketverkauf am Bahnhof gegangen und haben uns zwei Tagestickets für den ÖPNV auf Sylt geholt. In dem Moment kam auch schon der Bus nach List und wir sind in Wenningstedt-Mitte ausgestiegen, um zum Bohlenweg zu gelangen. Das war auch mein erstes Mal auf dem Weg und ich kann ihn wirklich empfehlen: Wir hatten eine sehr schöne Sicht von den Dünen auf den Strand und das Meer hinaus. Schließlich sind wir einem sandigen Weg durch die Dünen bis nach Kampen gefolgt, wo wir uns am Strand auf unsere Decke gelegt haben und uns gestärkt haben. Dann gings zurück von Kampen mit dem Bus nach Westerland und dort haben wir uns in eine Pizzeria gesetzt und Mittag gegessen. Um den Tag perfekt abzurunden, sind wir dann noch einmal mit dem Bus nach Wenningstedt gefahren und dann barfuß am Strand zurück nach Westerland spazieren gewesen. Aufgrund der Zeitumstellung wurde es bereits um halb sechs dunkel, gerade als wir kurz vor dem Strandaufgang in Westerland ankamen. Nach dem ausgedehnten Spaziergang Richtung Bahnhof, freuten wir uns auf eine erholsame Zugfahrt zurück.

Wunderschöner Sonneuntergang an der Nordseeküste in Büsum.
© M. Brenker
Malerischer Sonnenuntergang am Strand in Büsum.
© M. Brenker

Dienstag, 01.11.

Büsum

Am letzten Tag, dem Dienstag, ging es vor allem darum, meinen Freunden aus Frankreich, die die Woche über in Hamburg Urlaub gemacht hatten, Büsum  zu zeigen, da sie noch nie an der Nordsee, geschweige denn im Watt waren! Um punkt 12 kamen sie mit dem Zug aus Hamburg-Altona in Heide an, wo wir sie freudig erwarteten und anschließend mit ihnen mit dem Zug weiter nach Büsum fuhren. An diesem Tag frischte zum ersten Mal der Wind etwas auf und auch die Sonne versteckte sich hinter einigen Wolken, dennoch war es ein sehr schöner Tag. Kaum waren wir am Meer angekommen, ging es auch schon ins Watt, da der Wind das Wasser, trotz Ebbe, sehr schnell in Richtung Land drückte. Auch hier empfehle ich – besonders jetzt für den Winter – das Mitbringen von Gummistiefeln; der Boden war wirklich frisch ;) Dann ging es am Deich entlang zur Familienlagune und durch die Stadt zwischen kleinen Häusern zurück in die Fußgängerzone zum Aufwärmen. Dabei setzten wir uns in ein kleines Eis-Café, wo wir uns heiße Waffeln und Eis bestellten, um wieder aufzutauen und zu besprechen, wo wir den Abend in Heide essen gehen wollten. Die Wahl stand zwischen zwei Restaurants, doch da meine französischen Freunde gerne eine Currywurst haben wollten, war die Entscheidung schnell auf das eine Restaurant gefallen. Inzwischen hatte auch der Wind wieder nachgelassen und wir zeigten den beiden den Büsumer Museumshafen und die typische Büsumer Spezialität: Krabben. Dabei merkten wir, dass auch die Sonne zwischen den Wolken immer weiter hervorkam und so konnte ich meinen Freunden doch noch den Wunsch erfüllen, einen Sonnenuntergang an der Nordsee zu erleben. Glücklich und zufrieden machten wir uns nach dem Untergang auf den Weg zurück zum Bahnhof, um vom Heider Bahnhof direkt in die Innenstadt zum Restaurant zu spazieren. Dort ließen wir den Abend nach einem perfekten Wochenende in Ruhe ausklingen, ehe wir die beiden zum Bahnhof brachten, wo sie mit dem Zug zurück nach Hamburg fuhren.

 

 

Ein Wunder, was man so alles an der Nordsee erleben kann, wenn man sich nur ein paar Tage Zeit nimmt und die Gegend erkundet …

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