Krieg der Seesterne

Krischan Koch über seinen neuen Krimi

An der Nordsee ist kein Tag wie der andere. Wilde Brandung und gleich danach sommerlich beschauliches Badewetter. Immer wieder neues spektakuläres Licht, schraffierte Rippelmarken im Sonnenuntergang, dramatische Wolkenbilder und grelle Farbstimmungen.

Wenn man im Februar über den vom Sturm leergefegten Strand läuft, dann kann man schon mal über eine Kegelrobbe stolpern, da entdeckt man unheimliches Strandgut. Und wenn die dramatisch dunklen Wolkenformationen urplötzlich aufreißen… schwebt da etwa ein Ufo über die nordfriesischen Inseln?

 

30.03.2024 - Krischan Koch

© dtv Verlag

„Sie sind gelandet. Es gibt anderes Leben da draußen im All.“

Piet Paulsen ist sich ganz sicher in meinem neuen Krimi „Krieg der Seesterne“. Er hat den geheimnisvollen Lichtring nachts über dem Dinkelfeld vor seinem Schlafzimmerfenster genau gesehen. „Mensch Piet“, wendet Imbisskumpel Klaas ein. „Vor zwei Wochen hast du noch nich mal geglaubt, dass es Leben außerhalb von Fredenbüll gibt.“ Und dann überschlagen sich für Dorf-Cop Thies Detlefsen die Dinge mal wieder. Im Kornkreis liegt ein Toter. Das erste selbstfahrende Auto Norddeutschlands rast fahrerlos durch die Landschaft und ein unheimlicher Roboter geistert nachts über die Deiche. Auf solche Ideen kann man nur kommen, wenn auf langen Strandgängen die Phantasie mit dem Autor durchgeht. 

Seit zwanzig Jahren pendeln meine Frau und ich zwischen Hamburg und Amrum, wo wir einen zweiten Wohnsitz haben und einen immer größeren Teil des Jahres verbringen. Dort schreibe ich meine Krimis. Das heißt vorher gehe ich mit meiner Frau zusammen an den Strand und wir überlegen uns, welcher Fisch heute Abend in die Pfanne kommt und vor allem, was in Fredenbüll demnächst passieren soll.

Schon seltsam, an der Nordsee verschwimmen Fiktion und Wirklichkeit immer wieder. Und so tauchen in meinem kleinen Fredenbüller Kosmos auf einmal Figuren aus dem großen Kino auf, ein New Yorker Mafiapate oder ein ‚Weißer Heilbutt‘, eine sturmumtoste Hallig wird zum ‚Friedhof der Krustentiere‘ und im ‚Nord-Ostsee-Express‘ sitzt die Lateinlehrerin Agathe Christiansen tot auf der Zugtoilette. 

Die Nordfriesen allgemein und auch meine Fredenbüller sind aufgeschlossene Leute. Im Stehimbiss ‚De Hidde Kist‘ gibt es ‚Croque Störtebeker‘ und ‚Putenschaschlik Hawaii‘. Zugereiste werden mit offenen Armen empfangen: Dänische Kommissare, italienische Gangster oder belgische Französischlehrer. Falls Sie es in der nächsten Zeit nicht an die Nordseeküste schaffen, dann machen sie doch einfach einen kleinen Trip nach Fredenbüll. Oder vielleicht treffen wir uns irgendwo bei einer Lesung und schwelgen gemeinsam ein bisschen in maritimer Atmosphäre. In der Hamburger Speicherstadt, in der alten Harburger Fischhalle oder im Sommer auf dem Krimidampfer am Starnberger See.

Krieg der Seesterne - Ein Küsten-Krimi

Piet Paulsen traut seinen Augen nicht: „Ufos über Fredenbüll? Dat kann doch gar nich angehen." Doch er ist sich sicher: „Das Ding schwebt und leuchtet. Die Außerirdischen sind gelandet, gleich hinterm Deich." Als dann ein Toter im neu entstandenen Kornkreis liegt, sind Dorfpolizist Thies Detlefsen und Kollegin KHK Nicole Stappenbek aus Husum alarmiert. Mit den üblichen Ermittlungsmethoden kommen sie nicht weiter. Mysteriöses passiert im spätsommerlichen Fredenbüll. Fahrerlose Autos rasen übers Land, das Getreide wächst wie verrückt, und geheimnisvolles Trommeln hallt durch die Nacht. Ist das nordfriesische Küstendorf womöglich ins Visier einer außerirdischen Macht geraten?

Infos und weitere Artikel des Autors

Krischan Koch macht Kabarett und Kurzfilme und schreibt neben Kriminalromanen auch seit vielen Jahren Filmkritiken u.a. für die DIE ZEIT und den Norddeutschen Rundfunk. Auf unserem Blog nimmt er uns mit in seine Welt des kreativen Schaffens.

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