Ringelgansschwarm, © M. Stock /LKN.SH© M. Stock /LKN.SH

5 typische Vogelarten im Nationalpark Wattenmeer

05.04.2018 - Louisa Krause

Louisa Krause, © Louisa Krause

Jeder kennt sie. Jeder hört und sieht sie beim Strandspaziergang oder bei einer Wattwanderung. Aber auch am Deich oder in den Salzwiesen begegnet man ihnen. Die Rede ist von Brut- und Rastvögeln im Nationalpark Wattenmeer. Doch wusstet ihr zum Beispiel, dass die Schnabelform eines Austernfischers Auskunft darüber gibt, was er gerne frisst? Hier erfahrt ihr mehr über meine persönlichen fünf Highlights der Vogelwelt.

Ringelgans

Die Ringelgänse stellen auf den Halligen ein ganz besonderes Symbol dar. Im Frühjahr und Herbst sind die Gänse in großer Zahl im Wattenmeer zu Gast. Sie brüten in Nord-Sibirien, rasten bei uns im Wattenmeer und überwintern in England und Frankreich. Um genug Energie für die ca. 5000 km lange Flugstrecke in die Brutgebiete zu haben, müssen die Vegetarier 18 kg Gras fressen um 400g Fett zuzunehmen. Wie die Gänse also den ganzen Tag fressen, lässt sich anlässlich der jährlichen Ringelganstage auf den Halligen von April bis Mai gut beobachten.
Wie ihr die Ringelgans erkennt? Ihr werdet sie auf Grund der Menge der Gänse im Normalfall nicht übersehen.
Als Bestimmungstipp: Ihr könnt sie an ihrem weißen Halsring und den lauten „Rott Rott Rott“-Rufen leicht erkennen. Ihr enger Verwandter, die Weißwangengans oder auch Nonnengans genannt, sieht der Ringelgans relativ ähnlich. Die Nonnengans allerdings hat statt des weißen Halsrings ein weißes Gesicht.
Und so freue ich mich schon, ein Teil der diesjährigen Ringelganstagseröffnung am 21.04.2018 zu sein und unsere besonderen Gäste willkommen heißen zu dürfen.

Ringelgans, © M. Stock /LKN.SHGalerie öffnen© M. Stock /LKN.SH
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Austernfischer, © M. Stock /LKN.SHGalerie öffnen© M. Stock /LKN.SH

Austernfischer

Der Austernfischer zählt zu den am besten erforschten Vogelarten der Welt. Mit seinen rosa Beinen, roten Augen und rotem Schnabel fällt der sogenannte Halligstorch schnell ins Auge.
Die Hauptnahrung der Austernfischer sind Herz-, Mies- und Baltische Plattmuscheln. Austern allerdings nicht. Dabei gibt es zwei verschiedene Arten, wie die Vögel diese öffnen können. Die Einen hämmern so lange auf die Muschel ein, bis ein Stück heraus bricht und sie das Muschelfleisch fressen können. Die Anderen schieben ihren Schnabel zwischen die Schließmuskel der Muscheln, verletzen diesen dabei und können dann das Fleisch essen. Je nach Art des Öffnens ist der Schnabel vorne eher spitz zulaufend (wie eine Pinzette) oder insgesamt kräftiger und abgerundeter an der Spitze, also eher wie ein Hammer.

Wie sein Spitzname auch schon zum Teil verrät, kann der Austernfischer zu jeder Jahreszeit gut auf den Halligen beobachtet werden.
Jedoch sind die Bruterfolge in den letzten Jahren auf Grund einiger Faktoren zurückgegangen. Unter anderem wegen des Meeresspiegelanstiegs, da folglich die Brut- und Rastgebiete immer häufiger und länger unter Wasser stehen.

Silbermöwe

Silbermöwen gehören zur Nordseeküste wie Wind und Meer. Entdecken kann sie jeder, vor allem in Häfen oder an Strandpromenaden. Dort lässt sich auch gut beobachten, dass die häufigste Möwe eine Perfektionistin im Segelfliegen ist. Sie ist hauptsächlich grau/silber und weiß. Ihre Beine sind unauffällig rosa und ihr Schnabel gelb. Woran ihr sie aber gut erkennen könnt, ist der rote Punkt an der Seite des unteren Schnabels. Wusstet ihr, dass dort die Jungvögel gegen picken und die Eltern dann das vorverdaute Essen hochwürgen? Das nenne ich mal einen guten Service!

Dem Spitznamen „Dönermöwe“ oder „Pirat der Lüfte“ macht sie unter anderem durch das Klauen von Essen aus den Händen der Urlauber alle Ehre.
Dazu als kleiner Tipp am Rande: Das Füttern von Vögeln trägt nur weiter dazu bei, dass die Pommes aus der Hand geklaut werden. ;) Die beharrliche Bettelei der Vögel ist bestimmt nicht nur mir beim Spazierengehen aufgefallen. Also das nächste Mal vielleicht geizig sein und das eigene Essen nicht freiwillig mit den Vögeln teilen.

Silbermöwe, © M. Stock /LKN.SHGalerie öffnen© M. Stock /LKN.SH
Alpenstrandläufer, © M. Stock /LKN.SHGalerie öffnen© M. Stock /LKN.SH

Alpenstrandläufer

Im ersten Moment nicht ganz so auffällig, ist der Alpenstrandläufer. Im Sommer ist er weiß-grau mit einem schwarzen Bauch und einem rostbraunen Rücken und Kopf. Strandläufer sehen sich alle recht ähnlich und haben facettenreiche Kleider. Die Hürde ist dann, die verschiedenen Arten von Strandläufern auseinander zu halten. Als ich mal bei einer Vogelzählung der Schutzstation dabei war und tausende Vögel zunächst unterscheiden und dann zählen sollte, hatte ich damit anfänglich meine Schwierigkeiten. Aber mit viel Interesse und Elan verschwand dann nach und nach die Unsicherheit.
Gerade zur warmen Jahreszeit können euch gewaltig große Schwärme von Alpenstrandläufern begegnen. Unter den Watvögeln kommt der auch liebevoll genannte „Alpi“ wohl am häufigsten hier am Wattenmeer vor. Meine Beobachtungshotspots für Alpenstrandläufer in Lüttmoorsiel oder bei Fuhlehörn auf Nordstrand solltet ihr dafür aufsuchen. Vielleicht sieht man sich ja mal.

Dass der Alpenstrandläufer aus den Alpen kommt ist ein weitverbreiteter Irrglaube. „Der Strandläufer aus den hohen Bergen“ brütet lediglich in den alpinen Regionen Skandinaviens.

Sanderling

Auf Plattdeutsch wird der Sanderling auch „Keen Tied“ also „keine Zeit“ genannt. Diese Eigenschaft des kleinen weißen Strandläufers lässt sich gerade im Winter und Frühjahr in St. Peter-Ording sehr gut beobachten. Er läuft den ab- und auflaufenden Wellen hinterher und pickt dabei in Rekordzeit Krebstiere und Würmer aus dem Sand.
Ab April bekommt der Sanderling sein rostbraun gesprenkeltes Prachtkleid. Aber das entscheidende Merkmal, um den Sanderling von anderen Strandläufern zu unterscheiden ist, dass er als einziger keine Hinterzehe hat.
Für Fotografen ist der Sanderling ein beliebtes Fotomotiv. Die Jagd nach dem perfekten Foto kann bei der Schnelligkeit des Strandläufers manchmal zu einer echten Herausforderung werden. Ich habe auch schon so manch einen Wochenendtag damit verbracht, mich auf die Lauer nach Sanderlingen zu legen. Zu beachten sei dabei aber immer genügen Abstand zu halten, um die Tiere nicht zu erschrecken. Aber lohnenswert ist ein Ausflug an den Sandstrand von St. Peter-Ording auf jeden Fall!

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Natur hautnah erleben

Wattwandern auf Pellworm, © Kur- und Tourismusservice Pellworm© Kur- und Tourismusservice PellwormZu den Naturevents

Naturveranstaltungen – das Wattenmeer hautnah erleben

Das Wattenmeer bietet der Tier- und Pflanzenwelt einen einmaligen Lebensraum. Seit 1985 ist dieser Naturraum in Schleswig-Holstein durch die Ernennung zum Nationalpark besonders geschützt. 2009 wurde das Wattenmeer dann von der UNESCO in den Status Weltnaturerbe gehoben. Gäste können diese einmalige Naturwelt bei verschiedenen Veranstaltungen erleben und näher kennenlernen.

Muscheln im Wattenmeer, © www.nordseetourismus.de© www.nordseetourismus.deErlebnis Wattenmeer

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Quermarkenfeuer auf Amrum in der Abenddämmerung, © Oliver Franke© Oliver FrankeUnterkunft am Meer buchen

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