Zwei Reiter galoppieren im Watt vor der Nordseeinsel Pellworm., © Kur- und Tourismusservice Pellworm© Kur- und Tourismusservice Pellworm

Meine ersten Erfahrungen: Reiten an der Nordsee Schleswig-Holsteins

07.10.2015 - Anja Kroack

Anja Kroack, © Anja Kroack

Wie aufgeregt war ich, als ich im September mit meiner Freundin Judith die Pferde aus der Box holte und den Hänger packte! Unser Ziel war es „Reiten im Watt“ zu erleben, direkt  an der Nordsee, wild am Strand galoppieren und einen salzigen Geschmack vom Meerwasser auf den Lippen spüren…

Eigentlich komme ich mit meinem Oldenburger ursprünglich aus Süddeutschland, bin aber aus beruflichen Gründen nach Husum gezogen. Das  Pferdeland Schleswig-Holstein ist durch die fantastische Holsteiner Zucht vor allem im Springsport überregional bekannt. Mit meiner Freundin bin ich gemeinsam in diesem Springsport aktiv und zur Entspannung wagen wir uns auch öfter einmal auf eine Vielseitigkeitsstrecke, wie der Reiter sagt. Daher kannte ich schon das Reiten durch eine wundervolle Natur mit Wasser und Sand.

Was mich mit meiner Freundin Judith und ihrer Stute bei unserem ersten gemeinsamen Ausritt in Sankt Peter-Ording erwartete war besser als in jedem kitschigen Pferdetraum!

Nun gut, ich werde euch vom Anfang an erzählen: Über den Sommer stand ich mit meinem Pferd bei meiner Freundin Judith in ihrem Privatstall in Nordfriesland. Auch sie ist begeisterte Springreiterin und genießt es ebenfalls den Tag bei einem Ausritt ausklingen zu lassen.

 

Mit den Pferden vom Parkplatz Richtung Strand reiten, © Anja KroackGalerie öffnen© Anja Kroack
Reiten in der Brandungszone in St.Peter-Ording, © Anja KroackGalerie öffnen© Anja Kroack

Wir sprachen darüber mit den Pferden einmal ans Wasser zu reiten. Wir Mädels quatschen natürlich viel wenn der Tag lang ist, aber eines Tages rief mich Judith spontan an, fragte ob ich an dem sonnigen und windstillen Tag mit ihr und ihrer Stute einen Ausflug an die Nordsee machen will.

Gesagt getan. Wir packten umgehend unsere Reitsachen wie Helm, Handschuhe, Reitstiefel, und Hilfsmittel ins Auto. Anschließend rangierten wir das Auto an den Hänger und luden unsere Sättel, Trensen, Vorderzeuge und Gamaschen zum Schutz der Pferdebeine ein.

Da meine Freundin aus der Region ist, wusste sie, dass in der nächsten Umgebung in Sankt Peter-Ording ein gewisser Strandabschnitt für Reiter zugelassen ist. Somit folgten wir dem Navi zum Deichparkplatz in Sankt Peter-Ording an der Reitanlage Dreililien.

Hier angekommen entrichteten wir € 7,– für die gebührenpflichtige Reitplakette pro Tag, die für einen Reitausflug neben der Gästekarte Pflicht ist. Wer häufiger am Strand reiten möchte, kann sich auch eine ermäßigte Plakette für einen  längeren Zeitraum besorgen. Wenn euer Pferd nicht scheut, könnt Ihr die Plakette auch gut sichtbar an das Zaumzeug, wie eine Startnummer auf dem Turnier, schnallen.

Wir machten die Pferde wie gewohnt fertig –  es waren gekonnte Handgriffe, wir sind ja auch fast jedes Wochenende auf den Turnieren unterwegs. Schnell schwangen wir uns auf die Pferde und ritten Richtung Meer. Wir überquerten dabei den Deich und ritten auf einem langen „Trampelpfad“ welcher uns direkt zum Wasser führte, dies waren ca. 5-10 Minuten.

Zuerst ritten wir über feinen Sand, dann erreichten wir das Watt. Wie ich euch Watt beschreiben soll? Es ist ein federnder Boden, welcher auch im Reitsport verwendet wird, umso mehr Wasser dieser Boden aufnimmt umso mehr federt er. Dies ist natürlich besonders schonend für die Pferdebeine. Aber  auch wir  Menschen spüren bei einer Wattwanderung  dieses angenehme Gefühl, auf diesem weichen, widerstandsfähigen Naturboden zu laufen.

Außerdem riecht er angenehm nach frischem Salzwasser vielleicht gewürzt mit einer Prise von Muscheln und Fischen. Eindrucksvoll für uns war, wie unsere Vierbeiner im Watt kräftig durchatmen konnten.

Lange konnten wir unsere Pferde nicht im Schritt halten, denn wir wollten mit einer schnelleren Gangart das Reiten auf dem Watt ausprobieren. Die Pferde hatten unglaublichen Spaß, ohne Abzäunung von einer Bande am Reitplatz oder der Reithalle sich unter uns bewegen zu können.

Leider waren wir an diesem Tag etwas spät dran, da die anstehende Flut merklich einsetzte und das Wasser auflief. Man konnte richtig sehen, wie schnell das Wasser wieder ans Land kam! Daher empfehle ich euch, nach den Gezeiten den Ritt zu planen und keinesfalls  zu weit raus zu reiten! Wie schnell unterschätzt man das Meer, es gibt viele tiefere Stellen, wo unerfahrene Pferde erschrecken können, wenn sie mit der Brust im Wasser stehen.

Hoch zu Pferd den Blick auf das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer genießen, © Anja KroackGalerie öffnen© Anja Kroack
Unterwegs mit den Pferden in St. Peter-Ording mit den Pfahlbauten im Hintergrund, © Anja KroackGalerie öffnen© Anja Kroack

Mit unseren Pferden haben wir Glück, denn sie haben Erfahrung,  kennen auch ein Aqualaufband und so war es eher für sie eine willkommene Ablenkung kräftig durch das Wasser zu stampfen. Aber auch für uns war es wie live in einem  Pferdefilmen und –roman dabei zu sein. Einfach wunderbar, so frei von allen Gedanken, mit seinem Pferd am Wasser entlang zu galoppieren und Kilometer weit blicken zu können!

Nach dem ausgiebigen Galoppieren und Traben an und in der Nordsee machten wir uns wieder auf dem Heimweg.

Ein Tipp bekommt ihr von uns natürlich auch: Nehmt nur Gamaschen mit, die einen super Verschluss haben, sonst verliert ihr diese wirklich schnell durch dieses Wassersandgemisch!  Ihr könnt aber auch ohne Schutz an den Pferdebeinen reiten. Stellt euch auch einen Eimer ins Auto, um die nassen Pferdesachen mit nach Hause nehmen zu können. Haltet die Momente fest! Vielleicht kann euch jemand als Fotograf begleiten oder macht mit euren Smartphones aufnahmen. Denkt nur an eine wasserdichte Schale für das Mobiltelefon.

Weitere Informationen zum Thema Reiten an der Nordsee Schleswig-Holsteins findet ihr hier . Sie informiert Reiter und Reitanfänger perfekt. Es gibt genügend Reitställe auf den Inseln und dem Festland die auch geführte Touren anbieten.

Wir müssen euch allerdings warnen, Reiten im Watt birgt echte Suchtgefahr….

Viele Grüße aus dem Pferdeland

Anja und Judith

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Anja Kroack, © Anja Kroack Anja Kroack

Mein Name ist Anja Kroack, ich bin ein Radreiseprofi und in der Freizeit am liebsten mit meinem Pferd überall an der Nordsee unterwegs.

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